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Diboran

Kontext und Literatur zu Diboran

Bor bildet eine große Zahl molekularer Hydride, die Borane. Diboran ist die kleinste stabile Borwasserstoffverbindung. Die kontrollierte Pyrolyse von Diboran führt zu höheren Boranen, die sich in drei verschiedene Strukturtypen einordnen lassen. Beispiele für höhere Borane sind1):

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Abb.1
B8H12

1. "nido"-Strukturen (BnHn+4 )(nestartige Strukturen)

Abb.2
B4H10

2. "arachno"-Strukturen (BnHn+6 )(spinnenartige-Strukturen)

Abb.3
B6H7

3. "closo"-Strukturen(geschlossene Strukturen)

Die niederen Borane sind unter Normalbedingungen leicht flüchtige Gase (B2H6, B4H10) oder Flüssigkeiten (B5H9, B5H11, B6H10), die höheren Borane (B10H10) sind Feststoffe.

Polyboranate

Die Polyboranate leiten sich von den Boranen durch Deprotonierung ab und existieren als einfach oder mehrfach geladene Anionen. Wichtige Beispiele für closo-Boranate sind das oktaedrische [B6H6]2- , das [B10H10]2- mit D4d-Symmetrie sowie das ikosaedrische [B12H12]2- . Auch Boranate die sich von nido- und arachno-Strukturen ableiten sind bekannt.

Homologe

Das Hydrid von Aluminium, AlH3, ist ein polymerer Feststoff. Das Galliumhydrid GaH3 ist eine viskose Flüssigkeit mit einem Schmelzpunkt von -15 °C, das bereits bei Raumtemperatur in die Elemente zerfällt. Indium und Thallium bilden nur noch sehr instabile Metallwasserstoffverbindungen.

1)Die B-H-B -Brücken sind als 3-Zentren-2-Elektronen-Bindungen zu beschreiben. Im Rahmen der Valenzbindungstheorie kann die Elektronenstruktur adäquat nur durch zwei mesomere Grenzformen beschrieben werden.
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