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Viren

Sicherheitsaspekte im Umgang mit Organismen in der Gentechnik

Schon bei den ersten gentechnischen Experimenten im Jahre 1975 wurden von Wissenschaftlern Sicherheitsrichtlinien für gentechnische Arbeiten im geschlossenen System gefordert. 1976 kam es zur ersten Veröffentlichung von Richtlinien durch das National Institute of Health (NIH). Nach ihrem Vorbild wurden bald darauf auch in anderen Ländern Richtlinien zum Schutz von Leben und Gesundheit bei Menschen, Tieren und Pflanzen herausgegeben.

In der Bundesrepublik Deutschland wurden gentechnische Arbeiten zunächst durch die "Richtlinien zum Schutz vor Gefahren durch in-vitro neukombinierter Nukleinsäuren" geregelt. Seit Juli 1990 wurden diese Richtlinien durch das Gentechnikgesetz (GenTG) ersetzt. Das Gesetz schreibt eine Gesamtbewertung des gentechnisch veränderten Organismus vor, um ihn entsprechend seinem Gefährdungspotential einer der vier Sicherheitsstufen zuzuordnen.

Prinzipiell sind zwei Ebenen der biologischen Sicherheit zu beachten:

  • Die zelluläre Ebene: Durch chemische Mittel oder physikalische Behandlung mit UV-Licht oder Hitze können Mikroorganismen inaktiviert bzw. getötet werden. Diese Zellinaktivierung kann durch den Verlust der Fähigkeit, Kolonien auf Agar zu bilden, nachgewiesen werden. Die Nucleinsäuren im Innern der Zelle, wie beispielsweise die Plasmide, sind aber in der Regel danach noch intakt.
  • Die DNA-Ebene: Eine biologische Inaktivierung der Plasmid-DNA kann in der Regel nur durch Autoklavieren (121 °C/20 min) erzielt werden.
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