zum Directory-modus

Viren

Historisches

Der Begriff "virus" wurde erstmals von Cornelius Aulus Celsus im ersten Jahrhundert vor Christus verwendet. Er wollte damit ausdrücken, dass Krankheiten, in diesem Fall die Tollwut, durch ein Gift (lat. virus) übertragen wurden. Bis zum 17. Jahrhundert wurde der Begriff "virus" für alle übertragbaren Krankheiten benutzt. Eine Unterscheidung zwischen Bakterien und Viren war vor der Erfindung des Lichtmikroskops im 17. Jahrhundert nicht möglich. Etwa gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Viren als infektiösen Agenzien charakterisiert, die für Bakterien undurchlässige Filter passieren, aber erst mit dem 1940 von Ernst Ruska entwickelten Elektronenmikroskop wude es möglich, diese infektiösen Agenzien auch sichtbar zu machen. Da sich Viren im Gegensatz zu Bakterien nicht in künstlichen Nährlösungen vermehren lassen, konnten sie lange Zeit nicht kultiviert werden, bis man feststellte, dass die aus Menschen isolierten Erreger sich oft in Tieren vermehren lassen.

Parallel zur Entwicklung geeigneter Anzuchtbedingungen für Viren stieg das Interesse an der Virologie allgemein. 1935 war es Wendell Stanley in Kalifornien gelungen, das Tabakmosaikvirus zu kristallisieren. Die von ihm erzielten Ergebnisse gaben Anlass zur Diskussion, ob es sich bei Viren um tote oder lebendige Materie handle - eine Frage, die auch heute noch kontrovers diskutiert wird.

Abb.1
Cornelius Aulus Celsus
Seite 3 von 37