zum Directory-modus

Transkription bei Eukaryonten

RNA-Spleißen

Das Spleißen der Prä-mRNA findet an so genannten splice sites statt, die konservierte Nucleotidsequenzen tragen. Introns beginnen fast immer mit der Nucleotidsequenz GU und enden fast immer mit AG (in 5'-3'-Richtung). Einige andere wichtige Nucleotide in der Nähe der Spleiß-Stellen sind weniger gut konserviert. Die Verzweigungsstelle (branch site) liegt etwa 20 bis 50 Basen stromaufwärts der Akzeptor-Stelle und hat die Konsensus-Sequenz CU(A/G) A (C/U). Als Spleiß-Donor wird das 5'-Ende des Introns bezeichnet, während der Spleiß-Akzeptor vom 3'-Ende des Introns gebildet wird.

Für das RNA-Spleißen wird ein Spleißosom (engl. spliceosome) gebildet, das an die Spleiß-Stellen bindet und Donor und Akzeptor zusammenbringt. Die mRNA wird am 5'-Ende (am konservierten GU) gespalten und der G-Rest des Donors auf die 2'-OH-Gruppe eines Adenosins in der Nähe der Akzeptorstelle übertragen (Umesterungsreaktion). Daraus resultiert eine Lasso-Struktur (engl. lariat), die dann herausgeschnitten wird. Die beiden Exons werden dann fusioniert.

Abb.1
RNA-Spleißen

Auch an diesem Schritt der Transkription kann Genregulation stattfinden: werden die Introns nicht aus der Prä-mRNA entfernt, wird die mRNA in den meisten Fällen schon im Kern abgebaut.

Hinweis
Falls die mRNA nicht abgebaut und ins Cytoplasma transportiert wird, kann trotzdem kein funktionsfähiges Protein gebildet werden. Zum einen können durch die Introns Verschiebungen im Leseraster (Rasterschübe) entstehen, zum anderen enthalten Introns Stop-Codons, die zum Abbruch der Translation am Ribosom führen. In einigen Fällen können die Spleiß-Stellen der prä-mRNA auch durch die Bindung eines regulatorischen Proteins quasi maskiert werden; diese Art der Regulation wird als alternatives Spleißen bezeichnet.
Seite 8 von 14