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Transkription bei Eukaryonten

Selbstspleißen

Selbstspleißen (engl.self splicing) ist ein Vorgang, bei dem mRNA-Moleküle autokatalytisch ohne die Beteiligung von Proteinen gespleißt werden können. Zwei Arten von Introns können so aus der mRNA entfernt werden:

  1. Gruppe-I-Introns, die u.a. in der prä-rRNA von einfachen Eukaryonten und in einigen prä-mRNAs von mitochondrialen Genen vorkommen. Für diese Reaktion wird Guanosin als Cofaktor benötigt, das über Wasserstoff-Brücken an das 5'-OH-Ende des Introns bindet. Die Lariat-Struktur, die bei anderen Speiß-Vorgängen auftritt, fehlt bei diesem Typ.
  2. Gruppe-II-Introns in einigen prä-mRNAs der Hefen und Pilze. Diese Introns werden unter der Bildung einer Lariat-Struktur und ohne Guanin-Cofaktor herausgeschnitten.

RNA-Komplexe, die ohne eine Beteiligung von Proteinen Spleiß-Vorgänge durchführen, werden auch als Ribozyme bezeichnet. Sidney Altman und Thomas R. Cech wurden für diese Entdeckung 1989 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Sie zeigten erstmalig, dass in einer Zelle nicht ausschließlich Proteine katalytische Aktivität besitzen.

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