Die Aufreinigung von Proteinen nach der gentechnischen Expression ist häufig nicht trivial. Man bedient sich deshalb eines Tricks, indem man zuerst ein Fusionsprotein exprimiert, das dann entweder direkt aus der Zelle geschleust oder über Affinitätschromatographie gereinigt wird. Die Fusion muss allerdings punktgenau erfolgen, um den Fremdanteil des Fusionsproteins später wieder entfernen zu können.
Vor der Einführung der PCR konnte man nur durch eine besonders aufwendige Totalsynthese oder mittels zufällig in dem entsprechenden Gen vorhandener Restriktionsschnitte Fusionen bewerkstelligen. Jetzt kann man mit Hilfe der PCR jedes beliebige Fusionsprotein herstellen. Eine ältere Methode entspricht der ursprünglichen Mutationsstrategie und benötigt insgesamt drei PCR-Amplifikationsschritte. Dabei wird an den exakt passenden Bereich des Primers am 5'-Ende eine Sequenz angefügt, die zu dem Bereich komplementär ist, der fusioniert werden soll (A). Das Verfahren versagt bei zwei nahe verwandten Genen. Wenn man allerdings die zwei gewünschten DNA-Abschnitte zusammen mit dem gesamten Vektor amplifiziert, gelingt die Amplifikation nicht nur ohne Beschränkung, sondern sogar in nur einem Schritt. Das Schema der nach außen gerichteten Amplifikation ist in Teil B der Abbildung dargestellt. Bei Verwendung der richtigen Polymerase werden leicht mehr als 10.000 bp amplifiziert. Für eine erfolgreiche Reaktion ist es allerdings unbedingt erforderlich, dass die 5'-Enden der Primer als vorgewählte Fusionsstellen während der gesamten Reaktion erhalten bleiben. Weder sie selbst noch die neusynthetisierten Gegenstränge dürfen abgebaut oder verlängert werden. Deshalb darf diese Anwendung nicht mit der Taq-Polymerase durchgeführt werden (Achtung: Addition eines Adenosins !). Nur dann gelingt eine optimale blunt end-Ligation. Das gesamte amplifizierte Plasmid wird in die Bakterienzelle gebracht und vermehrt.
Als Beispiel sei die Verwendung des Hexa-Histidin-Restes genannt, der auch in Teil B der Abb. dargestellt ist. Hier gelingt eine Aufreinigung mittels einer Nickel-Affinitätssäule.