zum Directory-modus

Modifizierte Nucleoside

Die technische Anwendung modifizierter Nucleotide

In der Molekularbiologie und Biochemie werden heute zahlreiche modifizierte Nucleotide eingesetzt, die die Analyse von DNA bzw. RNA oder von Nucleotid-bindenden Proteinen sehr erleichtert haben. Die Modifikationen können die Zuckerreste der Nucleotide betreffen (u.a. Anhängen von Fluoreszenz-Gruppen, Schwermetall-Ionen oder Amino-Linkern), die Basen (u.a. Thio-Basenanaloga, Fluoreszenz-Gruppen, ungewöhnliche Basen) oder die Phosphat-Reste (u.a. nicht-hydrolyiserbare Derivate, photolabile Gruppen). Einige wenige Beispiele für Nucleotid-Derivate und ihre vielfältigen Anwendungsgebiete sind in der Tabelle genannt.

  • Biotinylierte Nucleotide werden für die Hybridiserung und Sequenzierung der DNA eingesetzt.
  • Fluoreszenz-markierte Nucleotide dienen zur Markierung der DNA. Die Nucleotide werden von der DNA-Polymerase als Substrat akzeptiert und bei der Replikation eingebaut. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit für diese modifizierten Nucleotide ist die Isolierung und Analyse von Nucleotid-bindenden Proteinen wie z.B ATP-bindenden Proteinen oder G-Proteinen.
  • Nicht-hydrolyiserbare Nucleotid-Analoga als Substrate können z.B. Triphosphat-hydrolysierende Enzyme im Übergangszustand halten, die dann in dieser Form kristallisiert oder in Bindungsstudien analysiert werden.
  • Nucleotide mit Halogen-Gruppen wie z.B. 2'-Br-ATP oder 8-I-GTP.
  • Nucleotide, die die Stabilität von kurzlebigen RNAs erhöhen, wie z.B. 2'-Desoxy-2'-fluorpyrimidin-Nucleoside.
  • Amin-markierte Nucleotide wie N 6 -(6-Amino)hexyl-ATP oder γ-[(8-Aminooctyl)-imido]-GTP.
  • Nucleosid-Derivate mit photosensitiven Gruppen (z.B. o-Nitrobenzyl-Gruppen) werden z.B. für die Licht-kontrollierte Parallelsynthese von Oligonucleotiden auf einem Festphasen-Träger eingesetzt. Diese Technik wird bei der Herstellung von DNA-Arrays für die automatisierte DNA-Sequenzierung angewendet.
Seite 3 von 7