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Modifizierte Nucleoside

Medizinische Anwendung modifizierter Nucleoside in der Tumor-Therapie

Modifizierte Nucleotide können auch eingesetzt werden, um wachsende Tumorzellen abzutöten. Mitomycin beispielsweise alkyliert DNA-Reste und führt zu cross links, bei denen die beiden DNA-Stränge kovalent verbunden werden. Die DNA kann nicht mehr repliziert werden, und die Zelle stirbt ab. Eine andere Möglichkeit, die Repliakton einer Tumorzelle nachhaltig zu stören, ist die Bestrahlung (γ-Radiolyse). Um die DNA der Tumorzelle möglichst sensitiv für die γ-Bestrahlung zu machen, werden z.B. 5-Bromo- oder 5-Iod-2'-deoxyuridin-Nucleotide eingesetzt. Bei einer neueren Methode wird das photolabile 5-Phenylselenylmethyl-2'-deoxyuridin-5'-triphosphat verwendet, das von der DNA-Polymerase in die DNA des wachsenden Tumors anstelle von Thymidin-Nucleotiden eingebaut wird. Bei der Bestrahlung ensteht ein 5-(2'-Deoxyuridinyl)methyl-Radikal, das die DNA kovalent vernetzen kann.

Abb.1
Mitomycin A und C
Abb.2
5-Phenylselenylmethyl-2'-deoxyuridin-5'-triphosphat

Literatur

Hong, I. S.; Ding, H.; Greenberg, M. M. (2006): Oxygen independent DNA interstrand cross-link formation by a nucleotide radical.. In: J. Am. Chem. Soc.. 128 , 485-491

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