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Modifizierte Nucleoside

Medizinische Anwendung modifizierter Nucleoside

Nucleoside oder Nucleotide scheinen auf den ersten Blick die ideale Basis für die Entwicklung von medizinisch wirksamen Inhibitoren der DNA-Synthese zu sein. Wenn es nämlich gelingt, die DNA-Synthese (die Replikation) zu unterbinden, kann auch keine Zellteilung oder Virusvermehrung mehr stattfinden. Man hat diese prinzipielle Möglichkeit sehr bald nach der Aufklärung der Grundstruktur der DNA erkannt und begonnen, alle nur erdenklichen Positionen der Nucleotide zu verändern, um wirksame Mittel gegen Krebs (Cytostastika) oder Viren (Virostatika) zu erhalten. Schnell machte sich jedoch Ernüchterung breit, obwohl man zahllose Inhibitoren konstruiert und synthetisiert hatte. Fast alle stellten sich auch als äußerst potente Zellgifte heraus, während andere Wirkstoffe nicht in die Zellen aufgenommen wurden oder nur schwer wasserlöslich waren. In manchen Fällen konnten modifizierte Nucleoside jedoch erfolgreich eingesetzt werden, wie die folgenden Beispiele aus der HIV- und Tumor-Therapie zeigen.

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