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Historisches zur DNA

Erste Nucleotide

Abb.1
Inosin-5'-monophosphat

Justus von Liebig entdeckte 1847 das Inosin-5'-monophosphat (IMP, griechisch inos "Faser, Muskel"). Er isolierte die Verbindungen aus Fleischextrakt:

Dazu ließ er Rindfleisch einige Zeit kochen, um die löslichen Bestandteile zu erhalten. Aus der so entstandenen Fleischbrühe trennte er zunächst das Kreatin ab. Die verbliebene Flüssigkeit versetzte er mit Alkohol und konnte eine milchige Trübung feststellen. Nach einigen Tagen schieden sich aus dieser Lösung weiße Kristalle ab. Die Kristalle löste Liebig in heißem Wasser und fällte sie anschließend mit Bariumchlorid-Lösung. Er erhielt das Bariumsalz einer ihm unbekannten Verbindung. Mit dem Salz führte er eine Elementaranalyse durch und fand die Summenformel C10H7O10N2 . Die so charakterisierte Verbindung nannte Liebig Inosinsäure. Sein Ergebnis kam dem wirklichen Wert der freien Inosinsäure C10H13O8N4 schon recht nahe. In Anbetracht der damaligen analytischen Möglichkeiten eine beachtliche Leistung.

In seiner Veröffentlichung in den Annalen der Chemie und Pharmazie "Über die Bestandteile der Flüssigkeiten des Fleisches" bemerkt er "... Die erhaltene Inosinsäure reagiert stark sauer und besitzt einen angenehmen, fleischbrühartigen Geschmack". Somit muss er oder einer seiner Mitarbeiter neben der chemischen Analyse auch eine geschmackssensorische Prüfung vorgenommen haben. Ob dies vor oder nach der Abtrennung durch Barytwasser geschah, ist im Protokoll nicht näher vermerkt.

Da derart aufbereitetes Fleisch wesentlich haltbarer war als frische Ware, entschloss sich Liebig, seinen eingedampften Extrakt als Liebig´s Fleischextrakt zu vermarkten.

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