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Vorbereitung zum gentechnischen Praktikum

Die Herstellung von Flüssigmedien und Agarplatten

Voll- und Minimalmedien

Für die meisten gentechnologisch verwendeten Bakterien existieren pulverisierte Fertigmedien, die nach den Angaben des Herstellers angesetzt werden. Diese Medien werden als Voll- oder Komplexmedien bezeichnet, d.h. sie enthalten alle lebensnotwendigen Bestandteile in ausreichender Menge und garantieren ein schnelles Wachstum der Bakterien wie z.B. das LB-Medium, das vor allem für die Anzucht von E. coli-Zellen verwendet wird.

Abb.1
Sterilisation im Autoklaven
Institut für Technische Chemie, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Minimalmedien hingegen müssen für jede Bakterienart speziell zusammengestellt werden, sie erfüllen lediglich die Mindestansprüche des Bakteriums und enthalten nur Komponenten, die für das Wachstum dieser Spezies unbedingt erforderlich sind (z.B. Salze, essenzielle Nährstoffe, Energiequellen). In Minimalmedien wachsen Bakterien erheblich langsamer als in komplexen Medien; allerdings sind diese Medien sehr nützlich, wenn z.B. Stoffwechselmutanten identifiziert oder isoliert werden sollen.

Zur Sterilisation im Autoklaven werden Flaschen etwa bis zu 3/4 ihres Fassungsvermögens mit Medium gefüllt und die Flaschendeckel lose auf den Flaschenhals gesetzt. So wird vermieden, dass kochende Flüssigkeit austritt oder das Gefäß durch den Druck während des Autoklavierens platzen könnte. Nach dem Abkühlen können die Deckel dann festgeschraubt werden.

LB-Medium

Festmedien

Abb.2
Ein E. coli-Ausstrich auf einer Agarplatte
Institut für Technische Chemie, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Für Festmedien wird üblicherweise 1,5 % Agar zugesetzt. Nach dem Autoklavieren wird das Festmedium im Wasserbad auf ca. 50 °C abgekühlt und dann in sterile Platten gegossen, um die übermäßige Entstehung von Kondenswasser zu vermeiden (auf nassen Agarplatten verlaufen die Kolonien später ineinander!). Eventuell störende Luftblasen beim Gießen lassen sich durch das kurze Abflammen mit einem Bunsenbrenner entfernen. Die Platten können nach dem Gießen mit einen spaltbreit geöffneten Deckel unter der Sterilbank für einige Minuten getrocknet werden. Agarplatten lassen sich mit dem Deckel nach unten längere Zeit im Kühlschrank oder Kühlraum aufbewahren.

Weitere Zusätze: Antibiotika

Antibiotika sind, mit wenigen Ausnahmen, hitzelabile Komponenten, die erst nach dem Autoklavieren und Abkühlen der Flüssigkeit auf ca. 50 °C hinzugegeben werden können. Das Antibiotikum lässt sich als steriles Pulver oder in Form einer filtersterilisierten Stammlösung, die üblicherweise 100-1.000fach konzentriert ist, einsetzen. Die Lagerung Antibiotika-haltiger Platten und Medien ist abhängig von der Stabilität des jeweiligen Antibiotikums und sollte grundsätzlich einen Monat nicht überschreiten.

Antibiotika-Stammlösungen

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