zum Directory-modus

Vom Gen zum Protein

Faktoren

Neben zahlreichen Proteinen, die dauerhaft zum Ribosom gehören, gibt es Faktoren, die nur für bestimmte Aufgaben an das Ribosom binden. Dazu gehört der Terminationsfaktor und Faktoren, die die beladene tRNA energiesparend an das Ribosom heranführen.

Bei der Feinanalyse des Ribosoms fand man zwei Elongationsfaktoren, die für die Verlängerung der Proteinkette benötigt werden. Der GTP-bindende Faktor erhielt den Namen EF-G, der tRNA-bindende den Namen EF-T. Später wurden aus EF-T zwei Proteine, die man als stabile (EF-Ts; engl. stable) und instabile (EF-Tu; engl. unstable) Fraktion bezeichnete. Heute weiß man, dass EF-Tu sehr wohl sehr stabil ist, gleichfalls eine GTP-Bindungsstelle besitzt und circa 5% des gesamten Proteins der Zelle ausmacht. Dabei hat der Faktor Tu offenbar zwei völlig verschiedene Funktionen. Zuerst bindet er die beladene tRNA, schützt diese vor Autohydrolyse, und transportiert sie zur "A-site" des Ribosoms. Zum zweiten scheint der Faktor sehr schnell zu polymerisieren und bei Bakterien als Cytoskelett-Ersatz benutzt zu werden.

Abb.1 zeigt den Komplex zwischen einer tRNA und dem EF-Tu-Faktor. Man erkennt ganz besonders gut, dass die Bindung nur über das 3´- CCA-Ende erfolgt. Das erscheint logisch, weil ja der Hauptteil der tRNA in das Ribosom als schmale Scheibe eingepasst werden muss. Anderseits darf das CCA-Ende nur losgelassen werden, wenn das richtige Codon dem Anticodon gegenüberliegt.

Abb.1
Seite 30 von 35