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Evolutive Methoden

Screening gewünschter Phagen

Phagen haben die besondere Eigenschaft, dass sie durch ihre Wechselwirkung mit gebundenen Molekülen wie Lösungen behandelt werden können. Dies macht man sich bei der Suche nach den gewünschten Phagen zunutze. Oft identifiziert man durch den Einsatz kombinatorischer Methoden eine Sequenz, die mit einem bestimmten Protein wechselwirkt. Mit diesem Protein kann man einen geeigneten Träger beschichten und diesen mit einer Phagenbibliothek inkubieren. Die Phagen, die mit diesem Protein eine Wechselwirkung eingehen, werden dann an den Träger binden und die Phagen, die keine Wechselwirkung eingehen, werden abgewaschen. Die Bindung kann man durch extremere Waschbedingungen lösen und die Phagen durch Infektion von Bakterien gezielt vermehren. Dann kann man erneut testen, welche der Phagen bevorzugt binden. Dieser Zyklus kann mehrfach wiederholt werden, wobei sich pro Zyklus eine bis zu tausendfache Anreicherung der bindenden Phagen erzielen lässt.

Außer der oben beschriebenen Methode gibt es noch weitere Screeningmethoden, z.B die Herstellung von Antikörpern oder Antikörpersegmenten mittels Phagen. Dabei wird normalerweise die variable Region der Antikörpersequenz randomisiert. Auf jedem Phagen kann dann in vitro ein anderer Antikörper präsentiert werden, so dass mit Zellen, einem Protein oder mit der Peptidsequenz, gegen welche die Antikörper gerichtet sein sollen, gescreent werden kann. Nach der Identifizierung steht die gesuchte DNA sofort zur Verfügung und Antikörperfragmente oder monoklonale Antikörper können gezielt produziert werden.

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