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DNA-Schäden

Der Ames-Test

Dieses Verfahren, das nach seinem Erfinder Bruce Ames benannt wurde, stellt einen Test auf (chemische) mutagene Substanzen dar. Da Mutationen zu Krebserkrankungen führen können, kann der Ames-Test verwendet werden, carcinogene Stoffe zu identifizieren. Im Test benutzt man spezielle Stämme des Bakteriums Salmonella typhimurium, die sich durch folgende Eigenschaften auszeichnen:

  • Sie sind Histidin-Mangelmutanten, können also ohne Histidingabe nicht überleben.
  • Ihre Zellhülle ist extrem durchlässig.
  • Ihr Exzisionsreparatursystem wurde inaktiviert.

Diese Bakterien werden auf einem Kulturmedium ohne Histidin ausplattiert und die zu untersuchende Substanz wird zugegeben. Nach einer Inkubationszeit von zwei Tagen bei 37°C wird der Test ausgewertet. Nur diejenigen Bakterien konnten zu Kolonien heranwachsen, die in der Lage waren, ihren Histidinmangel durch eine Mutation aufzuheben. Als Vergleich dient eine Kontrollkultur, die ohne Zugabe der Testsubstanz unter angesetzt wurde (Bestimmung der Spontan-Mutationsrate).

Da viele Stoffe erst durch ihren Abbau zu Cancerogenen werden, gibt man der Testsubstanz oft etwas Rattenleberextrakt zu, um das Verhalten im Stoffwechsel zu simulieren. Der Ames-Test eignet sich als Schnelltest. Als Standardverfahren zur Untersuchung auf Carcinogenität werden Versuchstiere mit hohen Dosen der Substanz behandelt und anschließend auf Tumore untersucht.

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