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Pflanzenzucht und biologischer Pflanzenschutz

Die Züchtung von Getreide

Getreide in Form von Brot ist in vielen Gebieten der Erde das wichtigste Nahrungsmittel des Menschen, seit er sesshaft ist. Der Weizen (Triticum aestivum, Familie der Graminae = Echte Gräser), der heute angebaut wird, existierte nicht immer in dieser Form. Er ist hexaploid, d.h. sein Chromosomensatz liegt sechsfach in den Zellen vor. Polyploidie bei Pflanzen bewirkt eine Verbesserung des Ertrags. Bei den tierischen Organismen kommt es sehr selten zur Polyploidie, denn solche Tiere sind meist nicht lebensfähig.

Die ursprüngliche Weizenform, das Einkorn Tritcum monococcum, lag diploid (AA) vor, hatte also einen doppelten Chromosomensatz wie wir Menschen. Diese Form wurde bereits seit dem 7. Jahrtausend v. Chr. im Nahen Osten angebaut. Durch Kreuzung mit der ebenfalls diploiden (BB) Wildform Aegilops speltoides entstanden die tetraploiden (AABB) Weizenformen Triticum dicoccon (Emmer) und Triticum turgidum, der Hartweizen. Die weitere Entwicklung führte ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. durch Kreuzung des Emmers mit einer diploiden (DD) Unkrautsippe namens Aegilops tauschiizum zum heutigen Weizen (AABBDD)1).

Abb.1
Weizen (Triticum aestivum)
Abb.2
Gerste (Hordeum vulgare)
1)A,B,D steht jeweils für den einfachen Chromosomensatz. AA,BB,DD; AABB; AABBDD stehen für das Genom.
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