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Chemie für Mediziner: Vitamine und Coenzyme

Vitamin B2-Komplex: Nicotinsäure (Niacin)

Abb.1
Nicotinsäure
Abb.2
Nicotinsäureamid

In der Natur kommt hauptsächlich Nicotin(säure)amid vor, als Vitamin kann ebenso Nicotinsäure fungieren. Der Körper kann Nicotinsäure in kleinen Mengen aus der essentiellen Aminosäure Tryptophan synthetisieren, die Eigenproduktion reicht jedoch nicht aus. Bei unzureichender Zufuhr mit der Nahrung tritt das Krankheitsbild der Pellagra auf. Früher wurde Nicotinsäure auch als Pellagra-Schutzfaktor ("Vitamin PP") bezeichnet.

Besonders viel Nicotinsäureamid enthalten Hefe, mageres Fleisch und Leber. Gerösteter Kaffee enthält beträchtliche Mengen Nicotinsäure.

Nicotinsäure wirkt gefäßerweiternd, lipidsenkend (durch Hemmung der Lipolyse) und steigert die Hautdurchblutung. Bei sehr hoher Vitaminzufuhr kann es vorübergehend zu einem starken Blutdruckabfall kommen.

Die Hauptmenge des Nicotinamids wird zum Aufbau der Coenzyme NAD und NADP benötigt, die als Cosubstrate bei sehr vielen Redox-Reaktionen beteiligt sind.

Abb.3

An der Biosynthese beteiligte Enzyme: 1: Tryptophan-2,3-Dioxygenase EC 1.13.11.11 (Cofaktor: Häm) 2: Arylformamidase EC 3.5.1.9 3: Kynurenin-3-Monooxygenase EC 1.14.13.9 (Cofaktor: FAD) 4: Kynureninase EC 3.7.1.9 (Cofaktor: Pyridoxal-phosphat) 5: 3-Hydroxyanthranilat-3,4-Dioxygenase EC 1.13.11.6 (Cofaktor: Eisen) 6: Chinolinat-Phosphoribosyl-Transferase EC 2.4.2.19 (Cofaktor: Magnesium) 7: Nicotinat-Phosphoribosyl-Transferase (Cofaktor: Magnesium) 8: Nicotin-Amidase

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