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Chemie für Mediziner: Säuren und Basen

Säuren und Basen: Beispiele

Zwei Beispiele sollen als Einstieg illustrieren, worauf die Gemeinsamkeit von Säuren und Basen beruht:

Chlorwasserstoff (HCl)

Bei Raumtemperatur ist HCl ein Gas (Siedepunkt: - 84°C). Reiner flüssiger Chlorwasserstoff ist viel weniger leitfähig als eine Salzlösung, das heißt, es liegen kaum Ionen vor. Anders sieht die Situation aus, wenn man HCl in Wasser löst:

HCl(g) H 2 O H+(aq)+ Cl(aq)
Abb.1

Das HCl-Molekül dissoziiert in Wasser unter Bildung von hydratisierten Wasserstoff-Ionen (= Protonen) und hydratisierten Chlorid-Ionen. Eine wässrige Chorwasserstofflösung hat deshalb eine hohe Leitfähigkeit. Chlorwasserstoff hat die Eigenschaften einer Säure, seine Lösung wird Salzsäure genannt.

Natriumhydroxid (NaOH)

Löst man festes NaOH in Wasser bildet sich Natronlauge:

NaOH(s) H 2 O Na+(aq)+ OH(aq)
Abb.2

Natronlauge besteht aus hydratisierten Natrium- und Hydroxid-Ionen. Natriumhydroxid hat die Eigenschaften einer Base.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde folgende Definition für Säuren und Basen verwendet: Säuren geben in Wasser H+, Basen OH ab. Die Definition ist allerdings unzureichend, weil z.B. wässrige Ammoniaklösungen auch basisch reagieren, obwohl Ammoniak keine OH-Ionen enthält.

NH3(aq)+ H2O NaH4+(aq)+ OH(aq)
Abb.3

Die Definition muss also erweitert werden, indem das Lösungsmittel mit einbezogen wird.

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