Enzyme arbeiten hoch spezifisch. Enzymatische Prozesse werden daher auch in der Diagnostik eingesetzt, beispielsweise in den Teststreifen zur Harnanalyse auf Glucose. Diese Stäbchen werden zur schnellen Untersuchung auf eine Glucose-Ausscheidung mit dem Urin eingesetzt. Hiermit lässt sich ein Verdacht auf Diabetes bestätigen oder (bei nachgewiesener und behandelter Diabetes) eine ausreichende Insulin-Gabe überprüfen.
Bei den hier gezeigten Teststreifen ist neben dem Glucose-Testfeld (links) noch ein Test auf Ketonkörper (vor allem Aceton und Acetessigsäure) angebracht. Ketonkörper werden bei übermäßigem Fettabbau oder mangelhafter Kohlenhydrat-Verwertung (beispielsweise im Zuge einer Diabetes) ausgeschieden.
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| Abb.1 Keto-Diastix®-Teststreifen der Bayer Diagnostics GmbH Experiment des Monats 05/2001 |
Der Glucose-Teststreifen enthält zwei Enzyme: Glucose-Oxidase und Peroxidase , sowie weitere Reagenzien. Der Glucose-Nachweis erfolgt durch eine gekoppelte Enzymreaktion. Die Glucose wird von der Glucose-Oxidase unter Bildung von Wasserstoffperoxid zu Gluconsäure oxidiert. Die Peroxidase oxidiert mit dem gebildeten Wasserstoffperoxid zu einen Redoxindikator, der hierbei von grün nach gelb-braun umschlägt. Aus der Farbe kann mit Hilfe einer Vergleichstabelle auf die Glucose-Konzentration in der Prüflösung geschlossen werden.
Während mit dem Glucose-Test nur eine Verbindung nachgewiesen werden soll, eben die Glucose, muss der Ketonkörper-Test auf verschiedene Verbindungen ansprechen. Hierfür wird daher kein Enzym eingesetzt, sondern ein anorganischer Komplex: Nitroprussidnatrium . Bei Anwesenheit von aliphatischen Ketonen bildet sich ein violetter Komplex, bei aromatischen (vgl. Phenylketonurie ) ein orangeroter.