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Repräsentation chemischer Reaktionen

Reaktionstypen

Um aus einzelnen Reaktionen zu lernen, müssen diese zusammengefasst und zu Reaktionstypen klassifiziert werden: Wir müssen Reaktionstypen definieren, die ganze Reaktionsserien mit gemeinsamen, essentiellen Charakteristika umfassen. Natürlich ist die Definition, was gleiche und essentielle Merkmale sind, recht subjektiv, wodurch viele unterschiedliche Klassifizierungsschemata vorgeschlagen worden sind.

Eine häufig verwendete Einteilung nach Reaktionstypen ist die nach ihrem Entdecker. Mit diesen sog. Namensreaktionen wie z.B. Diels-Alder-Reaktion, Michael-Addition, Lobry-de-Bruyn-van-Ekenstein-Umlagerung, etc. kann ein Chemiker sehr viel Wissen zu wichtigen Eigenschaften, dem Mechanismus aber auch zum Wirkungsbereich und den Einschränkungen der Reaktion verbinden. Andererseits zeigt eine derartige Klassifizierung wenig logische Struktur, hat keine formale Basis und umfasst kein hierarchisches Schema. Es unterstreicht, dass Chemie noch weitgehend auf angelerntem Wissen besteht und eine logische Durchdringung noch nicht sehr weit vorgedrungen ist.

Nach einer rationaleren Basis lassen sich Reaktionen entsprechend der Gesamtänderung der Molekularität klassifizieren, also nach der Änderung der Anzahl der Moleküle (n), die an einer Reaktion beteiligt sind.

Abb.1

Einfaches, repräsentatives Beispiel einer Substitutions-, Additions- und Eliminierungs-Reaktion mit der Angabe der Teilchenzahl n und die Änderung der Teilchenzahl Δn während der Reaktion.

Eine noch genauere Klassifizierung von Reaktionen ergibt weitere Spezifikationen zum Mechanismus (z.B. elektrophile aromatische Substitution, nukleophile aliphatische Substitution, etc.). Diese können weitere Details in unterschiedlicher Tiefe beinhalten. Die nukleophile aliphatische Substitution kann somit weiterhin in SN1- und SN2-Reaktionen eingeteilt werden. Die Einteilung in Reaktionstypen erhöht das Verständnis der Reaktionsmechanismen.

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