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Quantitative Bestimmung von Vitamin C

UV/VIS-Spektroskopie bzw. Fluoreszenz-Spektroskopie

Der Absorptionspeak der Ascorbinsäure im UV/VIS-Spektrum bei 265 nm (bei pH=7) lässt sich nicht zur Bestimmung des Ascorbinsäure-Gehaltes in den Proben heranziehen: Viele Substanzen, die gewöhnlich auch in den Proben enthalten sind (wie z. B. verschiedene Zucker), absorbieren ebenfalls Licht in diesem Wellenlängenbereich.

Auch die Dehydroascorbinsäure ist aus diesem Grund einem solchen direkten Nachweis nicht zugänglich, zumal deren Absorption bei 210 nm nur eine geringe Intensität aufweist.

Der Analyse der Ascorbinsäure mittels UV muss daher eine chemische Umsetzung vorangehen.

Dabei wird entweder die Reduktionskraft der Ascorbinsäure genutzt (indirekter Nachweis durch Redoxreaktion) oder es erfolgt eine Derivatisierung der Dehydroascorbinsäure zu gefärbten (bzw. fluoreszierenden) Produkten. Die nachfolgende Abbildung zeigt eine Auswahl möglicher Nachweisreaktionen.

Abb.1

Mit diesen Methoden lässt sich ausschließlich entweder der Gehalt der Ascorbinsäure (reduzierte Form) oder der Gesamtgehalt an Vitamin C bestimmen (nach Oxidation). Soll der Gehalt der einzelnen Komponenten (Ascorbinsäure, Dehydroascorbinsäure oder 2,3-Diketogulonsäure) festgestellt werden, sind zusätzliche Behandlungen der Probe zur Reduktion (bzw. Oxidation) der nachzuweisenden Spezies und eine anschließende Differenzbildung der Messergebnisse notwendig!

Vorzüge:

Obwohl die Verwendung der UV/VIS- bzw. der Fluoreszenzspektroskopie bei der Bestimmung des Umsatzes der Ascorbinsäure oder ihrer Oxidationsprodukte leichter und genauer zu handhaben ist als z. B. die klassische Redoxtitration, bleiben doch wesentliche Nachteile der s. g. "chemischen Methode" erhalten.

Nachteile:

  • mangelnde Spezifität (starke Interferenzen durch andere reduzierende Substanzen)
  • fehlerhaft bei (teilweiser) Oxidation der Ascorbinsäure vor der Messung
  • hoher präparativer und zeitlicher Aufwand bei der Bestimmung der Einzelkomponenten
  • ungenügende Empfindlichkeit bei der Analyse geringer Ascorbinsäurekonzentrationen

Bedeutung haben diese Methoden daher vor allem in der Lebensmittelanalyse, wo die Vitamin C-Konzentrationen der Proben vergleichsweise hoch sind und die Bestimmung des Gesamtvitamin C-Gehaltes meist ausreicht.

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