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Interpretation von NMR-Spektren anderer Kerne

19F-NMR: Chemische Verschiebung

Der Bereich der 19F-chemischen Verschiebungen liegt im Allgemeinen zwischen -400 ppm und +800 ppm und ist so schon 100 mal größer als der der 1H-NMR-Spektroskopie, es gibt jedoch auch Strukturgruppen, die bei weit höheren Werten der chemischen Verschiebung Signale liefern, z. B. RuF62- (ca. 5000 ppm). Somit können geringste strukturelle Veränderungen empfindlich widergespiegelt werden.

Der im Vergleich zur 1H-NMR große Verschiebungsbereich kann so erklärt werden:Bei den Protonen wird die Abschirmungskonstante σ maßgeblich durch den diamagnetische Anteil σdia bestimmt, beim Fluor ist dieser Anteil verschwindend gering, es überwiegt hier der paramagnetische Verschiebungsterm σpara. Fluor ist ein Element einer höheren Periode; die p-Elektronen sind am Bindungssystem beteiligt, so dass der Beitrag der Elektronendichte und (A-)symmetrie stärker auf σ und somit auf die chemische Verschiebung einwirkt.

Abb.1
Beispiel

19F-NMR-Spektrum von Phosphortrifluorid

Abb.2

Die drei Fluor-Kerne des Phosphortrifluorids sind äquivalent, so dass im 19F-Spektrum nur ein F-Signal zu erwarten wäre. Durch die Kopplung mit dem Phosphor-Kern wird dieses Signal in ein Dublett aufgespalten.

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