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Das Aussehen eines Raman-Spektrums

Betrachtet man ein Raman-Spektrum (hier ein Teil des Spektrums von Tetrachlorkohlenstoff), dann erkennt man, dass die Raman-Linien unterhalb und oberhalb der Rayleigh-Linie symmetrisch angeordnet sind. Die jeweiligen Wellenzahlverschiebungen entsprechen den Schwingungsfrequenzen des Moleküls. Die Verschiebung zu niedrigeren Wellenzahlen (niedrigere Frequenz und niedrigere Energie) nennt man Stokes-Verschiebung und die dazugehörigen Banden bezeichnet man als Stokes-Linien. Dementsprechend bezeichnet man die Verschiebung zu höheren Wellenzahlen (höhere Frequenz und höhere Energie) als Anti-Stokes-Verschiebung und die Banden als Anti-Stokes-Linien.

Abb.1

Zu beachten ist, dass die Wellenzahl der Rayleigh-Linie der Wellenzahl der anregenden Strahlung entspricht. Nimmt man z.B. das Spektrum von Tetrachlorkohlenstoff mit einem Argonionenlaser mit einer Wellenlänge von 514 nm (Wellenzahl = 19455 cm-1 ) auf, dann liegt auch die Rayleigh-Linie bei 514 nm bzw. bei 19455 cm-1 . Um die Raman-Spektren einfacher mit IR-Spektren vergleichen zu können, setzt man den Wert der Rayleigh-Linie auf Null. Der Betrag der Raman-Verschiebungen ist aber für alle Anregungswellenlängen gleich. Desweiteren misst man in der Raman-Spektroskopie häufig nur die Stokes-Linien, da sie intensiver als die Anti-Stokes-Linien sind. Deshalb wird das negative Vorzeichen oft weggelassen.