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Messung des Depolarisationsgrades

Den Depolarisationsgrad p bestimmt man mit Hilfe eines Polarisationsfilters, der sich zwischen Probe und Spektrometer befindet. [Polarisationsfilter: Eine Kunststofffolie wird mit Farbstoffen getränkt. Nach Streckung der Folien sind die Farbstoffmoleküle ausgerichtet und die Folie erhält dichroitische Eigenschaften (Polaroidfilter), so dass ein polarisierter Wellenzug durch Absorption beseitigt wird. Die Anwendung dieser Filter erstreckt sich vom ultravioletten Bereich bis zum NIR-Bereich.] Das Spektrum muss zweimal unter identischen Bedingungen aufgenommen werden. Bei der ersten Messung wird der Polarisationsfilter so in den Strahleneingang gebracht, dass seine Polarisationsrichtung parallel zur Polarisationsebene des Laserlichtes ausgerichtet ist. Bei der zweiten Messung liegt die Polarisation des durchgelassenen Lichtes senkrecht zur Polarisationsebene des anregenden Lichtes. Wie schon erwähnt, ist der Depolarisationsgrad folgendermaßen definiert:

p = I I

Folgende Aussagen können getroffen werden:

p = 0

totalsymmetrische Schwingung eines optisch isotropen Moleküls. Die Raman-Linie nennt man totalpolarisiert (tp).

0 < p 0,75

totalsymmetrische Schwingung eines optisch anisotropen Moleküls. Die Raman-Linie nennt man polarisiert (p).

p = 0,75

nicht totalsymmetrische Schwingung eines optisch anisotropen Moleküls. Die Raman-Linie nennt man depolarisiert (dp).

Abb.1
Ramen-Spektrum von Tetrachlormethan
Tab.1
Depolarisationsgrade der Raman-Banden von CCl4
SchwingungWellenzahl in cm-1 Depolarisationsgrad
ν a s 790/762p=0,75 → dp
ν s 460p=0 → tp
δ a s 315p=0,75 → dp
δ s 217p=0,75 → dp

Der Depolarisationsgrad der Raman-Bande der symmetrischen Valenzschwingung ist null. Alle anderen Raman-Banden sind depolarisiert.