zum Directory-modus

Dünnschichtchromatographie (DC)

Weitere Effekte des Fließmittels

β-Fronten (Fließmittelentmischung)

Dieser Effekt tritt nur auf, wenn Fließmittelgemische zur Entwicklung des Chromatogramms benutzt werden. Die Bildung von β-Fronten findet in Gemischen aus zwei Komponenten statt (γ-Fronten bei Gemischen aus drei Lösungsmitteln, usw.).

Abb.1
β-Fronten

Das Fließmittel ändert seine Zusammensetzung im Laufe des chromatographischen Prozesses durch die Adsorption der polaren Komponenten des Fließmittels. Werden Mehrkomponenten-Fließmittel eingesetzt, die sich in ihrer Polarität unterscheiden, kann es zur Trennung der einzelnen Lösungsmittel kommen. Das bedeutet, dass nicht mit einem Gemisch (eingestellte Polarität!) an mobiler Phase getrennt wird, sondern quasi Mehrfachentwicklung mit den einzelnen Solventien stattfindet. Das Ergebnis ist dann, dass z.B. polare Analyten im Bereich der Laufmittelfront des polaren Lösungsmittels zusammengeschoben werden.

Verdunstungseffekt

Abb.2
Verdunstungseffekt

Beobachtet wird der Verdunstungseffekt in ungesättigten bzw. in nicht vollständig gesättigten Kammern. Dabei kommt es zur Verdunstung des Fließmittels während der Bewegung durch die stationäre Phase, jedoch vorrangig aus der Laufmittelfront heraus. Somit fließt also mehr Fließmittel durch die Schicht der Laufstrecke - die Rf-Werte sind erhöht.

Aufdunstungseffekt

Abb.3
Aufdunstungseffekt

In eine Entwicklungskammer mit gesättigtem Dampfraum wird eine DC-Platte zur Entwicklung eingebracht. Der Lösungsmitteldampf kondensiert auf der Platte, noch bevor die Laufmittelfront eintrifft. Das bedeutet, es wird weniger Fließmittel pro Laufstrecke benötigt - die Rf-Werte sind kleiner.

Seite 7 von 23