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Gefahrenpotenzial von Rüstungsaltlasten

Explosivstoffe

Abb.1

Mit der Erfindung des Schwarzpulvers als Treibmittel für Kanonenkugeln (Ende des 13. Jahrhunderts) begann die Entwicklung von Explosivstoffen für militärische Zwecke; erst im 17. Jahrhundert wurde der Sprengstoff auch für Sprengarbeiten im Bergbau verwendet. Bis ins 19. Jahrhundert blieb das Schwarzpulver das einzig bekannte Treibmittel für Schusswaffen.

Schwarzpulver

Einen technischen Fortschritt brachte erst die Entdeckung der Nitrocellulose (Schießbaumwolle) sowie des Nitroglycerins, deren einigermaßen sichere Handhabung etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts gelang. Zur selben Zeit wurden auch andere Sprengstoffe (wie TNT und Pikrinsäure) erstmals synthetisiert und bald darauf in großen Mengen hergestellt.

Definition
Explosivstoffe sind chemische Verbindungen (oder Gemische solcher), die innerhalb kürzester Zeit unter Freisetzung von Wärme und Gas oxidiert werden können.

Im Molekül vorhandene Nitro- oder Salpetersäure-Gruppen liefern den für die Oxidation notwendigen Sauerstoff. Bei explosiven Gemischen dienen meist Alkalisalze (Nitrate oder Chlorate) als Sauerstoffüberträger. Die wichtigsten Vertreter der Explosivstoffe sind aliphatische organische Salpetersäureester, aromatische Nitro-Verbindungen, Nitramine und Nitrosamine.

Explosivstoffe sind nicht nur in Hinblick auf ihre Explosionswirkung eine Gefahrenquelle, die Substanzen wirken durch ihr hohes reduzierendes Potenzial meist zusätzlich hochtoxisch für Mensch und Umwelt. Dabei beschränkt sich eine mögliche Gefährdung durch Explosivstoffe nicht auf Munitionsfunde. Auch Böden und Abwässer auf dem Gebiet ehemaliger Sprengstofffabriken und alle während dem Herstellungs-, Erprobungs- und Vernichtungsprozesses kontaminierte Materialien können mit Explosivstoffen belastet sein.

Einteilung der Explosivstoffe

Explosivstoffe lassen sich nach ihrer Wirkungsweise bzw. nach ihrer praktischen Verwendung in drei Gruppen einteilen:

  • Sprengstoffe (z. B. 2,4,6-TNT, Pikrinsäure)
  • Schießstoffe / Treibmittel (rauchschwache Pulver, z. B. Schwarzpulver, Nitrocellulose)
  • Zündmittel (Initialsprengstoffe, z. B. Knallquecksilber, Tetrazen)
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