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Analytik von Rüstungsaltlasten

Qualitätssicherung

Sowohl die Bewertung des Gefährdungspotenzials einer Rüstungsaltlast als auch die sich anschließenden Festlegungen zur Sanierung hängen wesentlich von der Genauigkeit der Analysenwerte des Labors ab. Fehler bei der Planung, Durchführung und Kontrolle der Arbeitsgänge von der Probenahme bis zur Auswertung führen zu Zeitverlust und erheblichen finanziellen Mehrbelastungen.

Abb.1

Die größten Fehler im Analysenverfahren können bei der Probenahme entstehen. Um systematische Fehler der Probenahme erkennen zu können, müssen stichpunktartig Kontrollproben am gleichen Probenahmeort gezogen werden. Dies sollte aber nicht von der gleichen Person und nicht zum Zeitpunkt der Erstprobenahme, jedoch unter vergleichbaren Wetterbedingungen vorgesehen werden. Unabdingbar ist die Anfertigung aussagefähiger Probenahmeprotokolle.

Die Laborergebnisse sollten einer internen und einer externen Qualitätssicherung unterliegen. Für die interne Qualitätssicherung muss eine regelmäßige Messung von Kontrollstandards erfolgen. Die Messergebnisse der Standards ermöglichen zum einen eine Überprüfung der aktuellen Kalibrierung und können andererseits zur Gewinnung statistischer Verfahrenskenngrößen (z. B. Standardabweichung) herangezogen werden. Damit ist das Labor in der Lage, statistisch gesicherte Fehlertoleranzen seiner Messwerte mit dem Analysenergebnis mitzuliefern.

Die externe Kontrolle erfolgt über Ringanalysen. Dafür werden von den die Labore akkreditierenden Einrichtungen Kontrollproben an mehrere Labore geschickt, die unabhängig von einander mit ihren Analyseverfahren die Gehalte bestimmen. Ein Vergleich zu Sollwert und Mittelwert über alle Labore liefert dann den Beweis für die Richtigkeit der Werte der einzelnen Labore.

Die Verknüpfung analytisch gesicherter Messwerte mit den wesentlichen toxikologischen und ökologischen Daten liefert die Basis für die Gefährdungs- und Risikoabschätzung, die unter Einbeziehung aller erhobenen Daten in interdisziplinärer Kooperation erfolgen muss. In Abhängigkeit vom Gefährdungsgrad des Altlastengebietes und der gegebenen politischen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen werden Maßnahmen zur Sicherung und eventueller Sanierung des Geländes beschlossen.

Abb.2
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