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Analytik von Rüstungsaltlasten

Arbeitsschutz bei der Rüstungsaltlasten-Analytik

Bei Arbeiten an militärischen Altlasten sind sehr unterschiedliche Gefahren zu berücksichtigen. Diese reichen vom schlechten Zustand baulicher Anlagen bis zu den speziellen Gefährdungen durch chemische Kampfstoffe und Explosivstoffe. Dabei sind in Abhängigkeit von der Art der Flächennutzung (Produktionsstätten, Munitionsanstalten, Depots, Lager-, Schieß-, Spreng-, Bombenabwurfplätze u. a.) unterschiedliche Gefahrstoffe zu erwarten.

Eine wesentliche Voraussetzung für eine erste Gefährdungsabschätzung und mögliche Eingrenzung kontaminierter Areale auf den meist großen Verdachtsflächen ist eine umfassende historische Recherche, soweit Standortunterlagen noch verfügbar sind. Je mehr Vorwissen vorhanden ist, desto besser können Gefährdungen erkannt und Unfälle vermieden werden!

Grundsätzlich werden bei allen Arbeiten der Erkundung, Untersuchung und Sanierung von Rüstungsaltlasten hohe Sicherheitsmaßnahmen getroffen.

Das betrifft nicht nur alle Arbeiten vor Ort (Begehung, Probebohrungen, Probenahmen, Schnelltests, Aufräum- und Abrissarbeiten) sondern auch alle Tätigkeiten im Rahmen der Probenaufarbeitung und Laboranalyse !

Arbeiten vor Ort

Bei der Beprobung der Luft, des Bodens und des Grundwassers und der Herstellung von Vor-Ort-Extrakten, bei Screening und Schnelltests spielt neben den technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen der persönliche Arbeitsschutz eine wichtige Rolle innerhalb der Maßnahmen zur Unfallvermeidung und der Erhaltung der Gesundheit.

Bei Arbeiten vor Ort ist stets eine gefahrenangepasste Schutzbekleidung zu tragen!

Spülwasser und Dekontaminationsmittel müssen stets vorgehalten werden:Zur Dekontamination eignen sich u. a. alkalische Oxidationsmittel (z. B. Tenside + Na-Perborat + Soda) oder ca. 10%ige Lösungen von Na- oder Ca-Hypochlorit.

Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen

Abb.1
Probenahme
Foto: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr Dresden

Laboruntersuchungen

Vom Öffnen des Probengefäßes an müssen alle Arbeitsschritte (von der Probenaufbereitung bis zur Messung) im Bewusstsein erfolgen, dass von der Probe eine Gesundheitsgefährdung ausgehen kann. Insbesondere Bodenproben sollten mit Vorsicht gehandhabt werden, weil hier möglicherweise Klümpchen "verdickten" Kampfstoffes oder Sprengstoffrückstände anwesend sein können.

  1. Zur Vermeidung von Haut- und Schleimhautkontakt sind bei den Laborarbeiten stets Handschuhe, Schutzbrille, Gummischürze und geschlossene Schuhe zu tragen!
  2. Zur Vermeidung einer Inhalation über die Atemwege sollen offene Proben nur unter dem Abzug und ggf. unter Atemschutz verarbeitet werden!
  3. Bei eingetretenem Hautkontakt ist ein sofortiges Waschen mit Wasser und Seife - nicht aber mit einem Lösungsmittel - empfohlen!
  4. Dekontaminationsmittel (siehe oben) sind immer bereitzuhalten und u. U. einzusetzen!
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