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Aquaponik

Wasserwechsel vom Fischzuchtbecken zur Hydroponikanlage

Abb.1
Aquakultur

Das Wasser, das alle Filter durchlaufen hat, ist befreit von Schwebstoffen, Kohlendioxid und Ammoniak. Es enthält nun vor allem Phosphat, Spurenelemente wie Kalium, Calcium und Magnesium sowie das neu produzierte Nitrat - alles, was Tomaten zum Wachsen benötigen. Da das Wasser im Kreis gepumpt wird, würden die Konzentrationen dieser Stoffe stetig ansteigen. Weil zu hohe Nitratgehalte das Wachstum der Fische einschränken, muss in reinen Aquakulturen das Wasser denitrifiziert, also vom Nitrat befreit werden (siehe (Abb. 1) ). Dort wandeln anaerobe Bakterien das Nitrat zu gasförmigem Stickstoff um. Der Phosphatgehalt wird durch phosphatarmes Fischfutter gering gehalten.

In Aquaponikanlagen hingegen kümmern sich die Pflanzen um Nitrat und Phosphat. Sie benötigen beides als Nährstoff und ziehen es zum Wachsen aus dem Wasser. Deshalb wird in klassischen Aquaponikanlagen das Wasser aus den Filtern direkt in die Pflanzenrinnen gespeist und anschließend wieder in die Fischbecken geleitet (siehe (Abb. 2) ).

Abb.2
Klassische Aquaponikanlage

Das Wasser wird permanent im Kreislauf zwischen Aquakultur und Hydroponik geführt.

Abb.3
Neue Aquaponikanlage des IGB

Das Wasser wird in der Aquakultur permanent im Kreislauf geführt. Bei Bedarf wird das aufbereitete Brauchwasser in den Nährlösungstank der Hydroponikanlage überführt und kann von dort durch die Pflanzrinnen zirkulieren. Durch die Trennung der Kreisläufe über das Einwegventil können die Wasserqualitäten für Fische und Pflanzen individuell angepasst werden.

Ein solcher Kreislauf setzt voraus, dass Fische und Pflanzen die gleiche Wasserqualität benötigen. Tilapien und Tomaten gedeihen aber am besten bei unterschiedlichen pH-Werten. Deshalb hat das IGB1) den klassischen Aquaponikkreislauf modifiziert (siehe (Abb. 3) ). Der patentierte Trick: Die Hydroponikanlage ist mit der Aquakultur nicht direkt, sondern über ein Einwegventil verbunden. Dahinter befindet sich ein Tank als Zwischenspeicher für die Nährlösung. So gelangt Wasser, das einmal in den Pflanzenkreislauf eingebracht wurde, nicht zurück in den Fischkreislauf. Dem Tank können optional weitere Stoffe, wie Dünger und Spurenelemente, zugeführt werden, ohne dass dies - dank des Einwegventils - die Aquakultur beeinflusst. Die Tomatenpflanzen bedienen sich nur bei Bedarf aus dem Fischkreislauf, dem damit das schädliche Nitrat und Phosphat entzogen wird. Die Wassermenge, die der Aquakultur entzogen wird, wird durch Frischwasser ersetzt.

Abb.4
Patent des IGB: Einwegventil-Verbindung zwischen Aquakultur und Hydroponikanlage
Mit freundlicher Genehmigung von Yellow-Snow Media, Berlin

Übersetzungen: englisch trace elements "Spurenelemente", NFT-tank "NFT-(Nährfilmtechnik-)Tank".

Die Mischung macht's: Entscheidend ist das optimale Verhältnis von Fischen und Pflanzen.

1)IGB: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin
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