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Aquaponik

Wasserrückgewinnung

Neben dem Futter für die Fische muss dem Aquaponiksystem vor allem Wasser zugegeben werden. Wie der Mensch bestehen auch Tomaten und Tilapien zum Großteil aus Wasser, das dem System bei der Ernte und Abfischung entzogen wird. Täglich müssen deshalb weniger als drei Prozent des Gesamtwasservolumens der IGB1)-Aquaponikanlage nachgespeist werden.

Allerdings gehen die Tomaten nicht gerade sparsam mit dem Wasser um. Eine einzelne große Pflanze schwitzt bis zu 6L pro Tag über Ihre Blätter aus. Dadurch erhöht sich der tägliche Wasserbedarf der Aquaponikanlage auf rund 25 Prozent des Gesamtwasservolumens. Theoretisch zumindest, denn das IGB hat eine Methode entwickelt, um das kostbare Gut zurückzugewinnen. In der Berliner Versuchsanlage sind über den Tomatenpflanzen Kühlfallen installiert. Sie saugen die feuchte Luft des Gewächshauses auf und kühlen sie ab. Dabei kondensiert das Wasser und fließt in ein Auffangbecken.

Abb.1
Kühlfallen

Die silberfarbenen Kühlfallen, die unter der Decke des Gewächshauses montiert sind, fangen das Wasser auf, das die Tomaten beim Schwitzen in die Gewächshausluft abgeben.

Abb.2
Animation der Hydroponikanlage
Mit freundlicher Genehmigung von Yellow-Snow Media, Berlin

Die Kühlfallen schließen den Kreis zwischen Hydroponikanlage und Aquakultur. Das saubere Transpirationswasser der Tomaten, das sie auffangen, fließt zurück in die Fischtanks. Übersetzungen: englisch trace elements "Spurenelemente", NFT-tank "NFT-(Nährfilmtechnik-)Tank", hydroponics "Hydroponikanlage", cold-trap "Kühlfalle, water back into system "Wasser wird in die Aquakultur zurückgespeist", tomato-NFT-unit "Tomaten-Nährfilmtechnik-Sektion".

Schematische Darstellung der Aquaponikanlage des IGB mit Wasserrückgewinnung

Praktischer Nebeneffekt der Rückgewinnung des Transpirationswassers: Das Wasser, das die Tomaten ausschwitzen, ist nahezu rein. Die Rückgewinnung über die Kühlfallen gleicht einer Destillation und befreit das Wasser zusätzlich von Verunreinigungen. Deshalb kann es vom Auffangbecken zurück in die Aquakultur gespeist werden - ohne geklärt zu werden. Und durch den stark reduzierten Wasserverbrauch ist das System nicht mehr an große Wasservorkommen gebunden und auch für wasserarme Gebiete geeignet.

1)IGB: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin
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