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Aquaponik

Umweltfreundliche Stromerzeugung

Um die Erwärmung des Erdklimas aufzuhalten, ist es wichtig, den Kohlendioxidgehalt unserer Atmosphäre nicht weiter zu erhöhen. Dieses Gas wirkt ähnlich wie die Wände des Berliner Gewächshauses: Es verhindert, dass die Wärme, die von Sonne eingestrahlt wird, nach außen (ins All) gelangt.

Das Kohlendioxid, das die Fische ausatmen, verwandeln die Pflanzen bei der Photosynthese zurück in Sauerstoff. Ohne elektrischen Strom kommt die Aquaponikanlage allerdings nicht aus. Pumpen, die das Wasser zirkulieren lassen, Heizelemente, die es erwärmen, und Niederdruckgebläse, die es für die Fische mit Sauerstoff anreichern, müssen ebenso versorgt werden wie Natriumdampflampen, Kühlfallen und die Lüftungsanlage der Aquaponikanlage. Noch immer wird weltweit der größte Teil des Stroms hergestellt, indem fossile Kraftstoffe wie Erdöl oder -gas verbrannt werden. Dabei entsteht viel Kohlendioxid. Deshalb versucht das IGB1), auf Strom aus dem Netz verzichten. Stattdessen produziert eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Aquakultur sauberen Strom, ohne Kohlendioxid zu emittieren. Noch reicht die Menge nicht aus, um den kompletten Bedarf zu decken, aber das IGB plant, sowohl eine Biogasanlage zu errichten, die aus den organischen Abfällen aus dem Lamellenfilter Strom gewinnt, als auch die Photovoltaikanlage zu erweitern.

Die Photovoltaikanlage

Abb.1
Photovoltaikanlage

Insgesamt 42 Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von zehn Kilowatt auf dem Dach der Aquarienhalle des IGB2) versorgen die Aquaponikanlage mit Strom.

Auf dem Dach der Aquarienhalle trohnen 42 Solarmodule, die es bei optimalen Lichtverhältnissen auf eine Gesamtleistung von 10kW bringen. Im Jahr 2009 hat sie rund 9.000 kW h Strom produziert. Da die Photovoltaikmodule Licht in Strom verwandeln, ist ihre Leistung mittags und im Sommer am höchsten. Das Licht der Natriumdampflampen, die besonders viel Strom verbrauchen, ist allerdings gerade dann nötig, wenn es dunkel ist. Weil existierende Stromspeicherlösungen derzeit nur unwirtschaftlich arbeiten, speist das IGB den Strom ins kommunale Stromnetz und hilft, andere Nutzer zu versorgen, die den Strom im Moment der Erzeugung benötigen. Dafür holt sich die Aquaponikanlage den Strom aus dem Netz, wenn sie ihn braucht. Bringt die Photovoltaikanlage genug Leistung, um die komplette Aquaponikanlage zu versorgen, bleibt die Kohlendioxidbilanz auch ohne Stromspeicher gleich Null.

1)IGB: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin
2)IGB: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin
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