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Aquaponik

Das IGB-Aquaponiksystem auf einen Blick

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Abb.1
Animierte Darstellung der Aquaponikanlage des IGB1)
Mit freundlicher Genehmigung von Yellow-Snow Media, Berlin

Übersetzungen: englisch mechanical filter "mechanischer Filter", organic waste "organischer Abfall", biogasplant "Biogasanlage", aquaculture "Aquakultur", biological filter "biologischer Filter", photovolatics "Photovoltaikanlage", NFT-tank "NFT-(Nährfilmtechnik-)Tank", cold-trap "Kühlfalle", tomato-NFT-unit "Tomaten-Nährfilmtechnik-Sektion", water back into system "Wasser wird in die Aquakultur zurückgespeist", hydroponics "Hydroponikanlage".

Prinzipskizze der Aquaponikanlage des IGB

Die Aquaponik vereint die Fisch- und Pflanzenzucht auf eine Art, die nicht nur sehr ressourcenschonend arbeitet. Die Abfälle aus beiden Produktionen werden nicht in die Umwelt eingetragen, sondern in der Anlage genutzt. Ein Teil der Energie, die zum Betrieb nötig ist, wird über eine eigene Photovoltaikanlage gewonnen, ohne Kohlendioxid zu produzieren. Somit arbeitet die Aquaponikanlage des IGB2) nahezu emissionsfrei.

Wie viele Fische und Tomaten sich in der Anlage züchten lassen, hängt stark davon ab, wie viel Fläche zur Verfügung steht und wie gut diese genutzt wird. Werden etwa die Wege zwischen den Pflanzenrinnen großzügig angelegt, sinkt die Nettoanbaufläche für die Tomaten und damit der Ertrag. Deshalb lassen sich die Verhältnisse nur grob überschlagen:

Abb.2
Schematische Darstellung der Kreisläufe in der Aquaponikanlage des IGB
  • Eine Fischerin muss rund 100t Tilapien im Jahr verkaufen, um wirtschaftlich zu arbeiten.
  • Für die Tilapienzucht mit der IGB-Aquaponikanlage benötigt sie für Tanks und Filter etwa eine Fläche von 2.000m2 und eine Bruttoanbaufläche (reine Anbaufläche plus Wege und Zuleitungen) für Tomaten von rund 3.500m2. Das ergibt eine Gesamtfläche für die Aquaponikanlage von 5.500m2.
  • Um die komplette Anlage zu betreiben, benötigt sie ein Gesamtvolumen von etwa 700m3 Wasser. Weil dem System Wasser entzogen wird, muss sie pro Tag rund drei Prozent Wasser von außen nachfüllen. Das macht im Jahr 7.665m3.
  • Schließlich müssen die Fische gefüttert werden. Pro Jahr sind dafür etwa 120t Fischfutter nötig.
  • Ganz nebenbei erhält die Fischerin zwischen 150t und 200t Tomaten pro Jahr.
  • Der Energieverbrauch, um die Anlage ein Jahr lang zu betreiben, liegt derzeit bei etwa 180 MW h pro Jahr. Verbrauch und eine Stromproduktion über eine Photovoltaikanlage hängen stark vom Anlagenstandort ab.

Das IGB arbeitet weiterhin an der Optimierung der Aquaponikanlage. So soll u. a. die Energieerzeugung der Anlage verbessert werden. Es ist geplant, Solarzellen in die Gewächshaushülle zu integrieren sowie den Klärschlamm und Pflanzenabfälle einer kombinierten Biogasanlage zuzuführen. Dafür werden Partner gesucht.

Kontakt zum Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin (IGB)

Auch wer Interesse am Bau einer IGB-Aquaponikanlage hat, ist herzlich eingeladen, sich zu melden - auch, wenn kein Interesse an Tilapien oder Tomaten besteht. Denn solange die Kohlendioxid-Sauerstoff-Bilanz stimmt und Pflanzen und Wasserbewohner ähnliche Temperaturen bevorzugen, lassen sich viele verschiedene Nahrungsmittel züchten: Zander, Schleien, Welse, Aale, Karpfen und Krustentiere in der Aquakultur sowie Algen, Gurken, Blumen, Kräuter, Paprika, Kopfsalat und vieles mehr im Hydroponikteil.

2)IGB: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin
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