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Aquaponik

Das Filtersystem

Wie jedes heimische Aquarium müssen auch die Fischbecken der Aquakultur sauber gehalten werden, damit die Bewohner gesund bleiben. Zur Aufbereitung wird das Brauchwasser aus den Fischtanks permanent durch mehrere Filter geleitet.

Abb.1
Weg des Brauchwassers aus den Fischbecken durch das Filtersystem der Aquaponikanlage
Mit freundlicher Genehmigung von Yellow-Snow Media, Berlin

Übersetzungen: englisch fish feeding "Fischfütterung", trace elements "Spurenelemente", mechanical filter "mechanischer Filter", organic waste "organischer Abfall", biogasplant "Biogasanlage", biological filter "biologischer Filter, ammonium "Ammonium", ammonia "Ammoniak", nitrate "Nitrat", recirculating water "Wasserführung im Kreislauf", aquaculture "Aquakultur".

Mechanische Filter

Abb.2
Lamellenfilter

Die Lamellen des Filters sind parallel zur Fließrichtung des Wasser angeordnet. Dadurch wird die Fließgeschwindigkeit verlangsamt und die Schwebstoffe haben genügend Zeit, um sich auf dem Boden des Filters abzusetzen.

Zunächst fließt das Wasser aus den Tanks in einen Lamellenfilter. Dieser trennt Kot und Futterreste mechanisch ab.

Das Filtrat kann zusammen mit Pflanzenresten aus der Tomatenproduktion in eine Biogasanlage überführt werden. Darin werden die biologischen Abfälle anaerob fermentiert. Dabei ensteht Methangas, womit durch Verbrennung oder über Brennstoffzellen Strom erzeugt werden kann, um die Pumpen, Kühlfallen und Heizungen der Aquaponikanlage zu betreiben.

Je nach benötigter Reinigungskraft wird gegebenenfalls noch ein Mikrosiebfilter eingesetzt, um kleinere Schwebstoffe auszufiltern, die den Lamellenfilter passiert haben.

Biologischer Filter

Abb.3
Tropfkörper

Der Tropfkörper der IGB1)-Versuchsanlage besteht aus einem Polyethylenzylinder mit einem Durchmesser von 1,45m und einer Höhe von 2,70m. Gefüllt ist er mit Füllkörpern, auf denen Bakterien siedeln.

In einem Tropfkörper wird das Wasser schließlich biologisch aufbereitet. Dazu rieselt das Wasser aus einem Drehsprenger zunächst in einen großen Zylinder. Dabei wird das Wasser entgast: Kohlendioxid wandert vom Wasser in die Luft der Aquaponikanlage.In dem Zylinder befinden sich Füllkörper, tausende kleine Plastikgebilde, die zusammen eine Oberfläche von mehr als 800m2 aufweisen. Darauf haftet ein Film aus Bakterien, die Vertreter zusammenlebender Gattungen sind: Nitrosomonas und Nitrobacter. Sie befreien das Wasser vom Ammonium, indem sie dieses in Nitrat umwandeln. Dieser Prozess heißt Nitrifikation. Er ist wichtig, weil die Tomaten den Stickstoff, den sie zum Wachsen benötigen, nur in Form von Nitrat aufnehmen können.

NH4++ 1,5O2 NO2+ 2H++ H2O Nitrosomonas oxidieren Ammonium zu Nitrit NO2+ 0,5O2 NO3 Nitrobacter oxidieren Nitrit zu Nitrat NH4++ 2O2 NO3+ 2H++ H2O Gesamtreaktion: Nitrifikation
1)IGB: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin
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