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Aquaponik

Aquaponik - Einleitung

Unsere Natur ist ein riesiges Ökosystem, in dem alle Tiere und Pflanzen in Abhängigkeit voneinander leben. Energie und Materialien fließen im Zyklus: Tiere fressen Pflanzen und scheiden Stoffwechselprodukte aus, die den Pflanzen wiederum als Dünger dienen. So können beide voneinander profitieren und gedeihen.

In der kommerziellen Tier- und Pflanzenzucht wird ein Teil, etwa eine Pflanzen- oder Fischart, aus diesem Ökosystem herausgenommen und in großen Mengen gehalten - abgetrennt von seiner natürlichen Lebensgemeinschaft. Weil der natürliche Kreislauf unterbrochen ist, muss der Mensch den Kreislauf aufrecht halten: Er muss die fehlende Nahrung herstellen und die Abfälle entsorgen. Das ist mit verschiedenen Folgen für die Umwelt verbunden. Zwei Beispiele sollen dies verdeutlichen.

Abb.1
Aquakultur mit afrikanischen Buntbarschen
Abb.2
Hydroponikanlage mit Tomaten

In einer Aquakultur werden wirtschaftlich bedeutende, im Wasser lebende Pflanzen und Tiere unter kontrollierten Bedingungen (von lateinisch aqua "Wasser" und cultura "Anbau") gezüchtet.1) Beispiele für solche Anlagen sind kommerziell betriebene Forellen- oder Karpfenteiche. Die Fische produzieren Fäkalien, die viele Nährstoffe für Pflanzen enthalten. Werden sie nicht entsorgt, sondern etwa in angrenzende Gewässer eingetragen, kann das zu einer Eutrophierung (siehe englische Lerneinheit zur Eutrophierung) führen: Durch das hohe Nährstoffangebot kommt es zur massenhaften Vermehrung von Algen, Bakterien und Plankton. Das Gleichgewicht des Gewässers gerät aus den Fugen. Im schlimmsten Fall kann das Gewässer "kippen", was zum Tod aller seiner Bewohner führt, die auf Sauerstoff angewiesen sind.

Auf der anderen Seite werden auf großen Feldern massenhaft Nutzpflanzen angebaut. Sie benötigen Dünger, um zu wachsen. Dieser muss industriell hergestellt werden. Weil der Dünger wasserlöslich ist, gelangen Teile wiederum in angrenzende Gewässer und führen dort zur Eutrophierung. In der Hydroponik (von griechisch hydro "Wasser" und ponos "Arbeit") werden erdlose Kulturen oder Wasserkulturen höherer Pflanzen in wässrigen Nährlösungen angebaut, die in einem geschlossenen System zirkulieren. Solche Systeme findet man in vielen Gewächshäusern - etwa zur Gurkenzucht. So gelangt der Dünger nicht mehr in die Umwelt. In der Aquaponik geht man einen Schritt weiter und versucht, durch eine parallele Zucht verschiedener Arten, den natürlichen Kreislauf zu kopieren.

1) (2002): Römpp Online. Georg Thieme Verlag ,
  • Quelle
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