zum Directory-modus

Die Niere

SIADH - Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion

Während beim Diabetes insipidus renalis die Ausschüttung oder die Wirkung von Vasopressin (ADH) verringert ist, beruht das Schwartz-Bartter-Syndrom oder Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) auf einer übermäßigen Ausschüttung dieses Hormons. Als Resultat wird zu wenig und zu stark konzentrierter Urin ausgeschieden, da in der Niere zu viel Wasser aus dem Harn zurück ins Blut transportiert wird. Der Harn dieser Patienten enthält sehr viel Natrium (> 20 mmol/L), das Serum1) hingegen enthält zu wenig (< 135 mmol/L). Die Betroffenen leiden unter Muskelschmerzen, Krämpfen und Kopfschmerzen bis hin zum Koma.

Ursache für diese Erkrankung sind Verletzungen im Hirnbereich, Hirnoperationen, Hirnhautentzündungen oder Tumore, aber auch die Nebenwirkungen bestimmter Antidepressiva oder Neuroleptika.

Abb.1
Strukturformel von Tolvaptan

Die Therapie des SIADHs war lange Zeit unzureichend und bestand oft nur darin, Patienten weniger zu trinken zu geben oder mit Kochsalz-Infusionen den Natrium-Spiegel zu stabilisieren. Seit August 2009 ist der orale ADH-Antagonist Tolvaptan (Samsca®) zur Behandlung zugelassen. Dieser Wirkstoff gehört zu den Vaptanen und blockiert die Vasopressin-Rezeptoren der Nierenzellen. Damit werden weniger Aquaporine in die Membran eingebaut und entsprechend weniger Wasser aus dem Harn zurück ins Blut transportiert. Mit dem Urin wird nun mehr Wasser ausgeschieden, entsprechend steigt die Natrium-Konzentration im Blut an. Das Medikament hat allerdings einige Nebenwirkungen und darf nicht in der Schwangerschaft oder Stillzeit eingenommen werden.

1)Das Blutserum ist der nach dem Zentrifugieren überstehende, flüssige Anteil des Blutes ohne seine zellulären Bestandteile.
Seite 8 von 9