zum Directory-modus

Die Niere

Das Hormon Vasopressin

Hinweis
Vasopressin, auch Anti-diuretisches Hormon (ADH) genannt, ist ein kleines Peptid aus neun Aminosäuren. Dieses Hormon wird im Gehirn - genauer gesagt im Hypothalamus - gebildet, im Hypophysenvorderlappen gespeichert und von dort ins Blut abgegeben. Der Name (von lat. vas "Gefäß" und pressio "Druck") beruht auf der gefäßverengenden Wirkung von Vasopressin.
Mouse
Abb.1
3D-Modell von Vasopressin

=> Kalottenmodell

=> Ball&Stick-Modell

Das Hormon hat eine ganze Reihe wichtiger Funktionen im Körper und bindet an verschiedene Zielzellen mit verschiedenen Rezeptor-Subtypen (V1, V2, V3). Bei Verletzungen, Infektionen oder Schockzuständen wird es in hohen Konzentrationen abgegeben. Die Bindung von ADH an die V1-Rezeptoren der Gefäßwände verengt in diesen Situationen die Gefäße und steigert so den Blutdruck. Bindet ADH an die V3-Rezeptoren des Hypophysenvorderlappens, wird mehr Adrenocorticotropen (ACTH) ausgeschüttet, was wiederum die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol fördert. Auch der Wasserhaushalt und damit das osmotische Gleichgewicht des Körpers wird von ADH reguliert.

Steigt der osmotische Druck im Blut, weil zu wenig Wasser vorhanden ist, bindet Vasopressin an die V2-Rezeptoren auf den Nierenzellen. Dieses Signal bewirkt, dass über bestimmte zelluläre Wasserkanäle (Aquaporine) mehr Wasser aus dem Primärharn zurück ins Blut transportiert wird, der Urin wird also konzentrierter. Das ist besonders nachts von Vorteil: durch die Wirkung von Vasopressin können Menschen durchschlafen und müssen nicht ständig trinken bzw. auf die Toilette gehen.

Die Ausschüttung von ADH wird durch Alkohol, Nicotin und Coffein beeinflusst. Alkohol hemmt die Abgabe von ADH ins Blut und führt zu Wasserverlusten (das Resultat ist der so genannte "Nachdurst" am Morgen nach einer durchzechten Nacht). Coffein und Nicotin steigern die Freisetzung von Vasopressin.

Seite 5 von 9