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Wissenswertes zum Thema "Urin"

Menschen scheiden täglich etwa 20-35 g Harnstoff als Endprodukt des Proteinstoffwechsels aus. Der Harnstoff wird in der Leber im Harnstoff-Cyclus aus Ammoniak und Bicarbonat synthetisiert. Dazu kommen pro Tag etwa 0,8 g Harnsäure, die im Wesentlichen aus dem Stoffwechsel der Purine stammt und gelegentlich die so genannten Nierensteine (Salze der Harnsäure) verursacht. Harn enthält weiterhin Kreatin (2,5 g/Tag), etwa 3 g an verschiedenen Säuren (Oxalsäure, Citronensäure und freie Aminosäuren), Glucose, Salze und Hormone.

Zu viel Glucose im Urin deutet auf die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) hin, zu viel Protein oft auf eine Nierenfunktionsstörung. Urin enthält keine Keime und riecht nur wenig, aber im unteren Ende der Harnröhre befinden sich Bakterien, die in den Urin gelangen und Harnstoff zersetzen können. Nach längerem Stehen an der Luft riecht Urin dann stechend nach Ammoniak.

Bestimmte Krankheiten oder Nahrungsmittel können den Geruch des Urins verändern. Urin von schwer zuckerkranken oder lange fastenden Menschen kann nach Aceton riechen. Nach einer Spargelmahlzeit riecht der Urin bei vielen Menschen nach Veilchen. Die Ursache hierfür sind Abbauprodukte wie S-Methyl-thioacrylat und S-Methyl-3-(methylthio)thiopropionat, die manche Menschen aus dem Spargel-Aromastoff Asparagussäure synthetisieren können.

Tab.1
S-Methyl-thioacrylatS-Methyl-3-(methylthio)thiopropionat
H3C-S-C(O)-CH=CH2H3C-S-C(O)-(CH2)2-S-CH3