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Autoimmundiagnostik

Enzyme-linked Immunosorbent Assay – ELISA

Nachdem viele Antigene auf molekularer Ebene identifiziert werden konnten, wurden immer mehr ELISA-Methoden eingesetzt, die auf der Verwendung von gereinigten oder rekombinanten Antigenen basieren.

ELISA Tests (Abk. von englisch Enzyme-linked Immunosorbent Assay) eignen sich um herauszufinden, ob ein bestimmtes Protein, zum Beispiel ein Autoantikörper, in einer Serumprobe vorhanden ist. Dafür wird ein geeignetes Antigen an den Wänden und am Boden der Kavitäten (Wells) einer Mikrotiterplatte fixiert.

Abb.1
Mikrotiterplatte, beschichtet mit einem Antigen zum Nachweis von Autoantikörpern in einer Serumprobe
© Orgentec Diagnostika

Auf einer Mikrotiterplatte können bis zu 96 Bestimmungen gleichzeitig durchgeführt werden. Jede Mikrotiterplatte setzt sich aus 12 einzelnen Streifen mit jeweils 8 Kavitäten zusammen, die unabhängig voneinander verwendet werden können. Kommerziell erhältliche ELISA-Kits enthalten eine bereits mit dem Antigen beschichtete Platte, die direkt zum Einsatz kommen kann.

Abb.2
Bestandteile eines kommerziellen ELISA-Kits
© Orgentec Diagnostika

ELISA-Kit: teilbare Mikrotiterplatte, mit dem Antigen beschichtet; A-F: Standardlösungen für die Kalibrierung; 1 und 2: Positiv- und Negativkontrolle; Konzentrate für Wasch- und Probenpuffer, Konjugatlösung (Peroxidase-gekoppeltes Anti-Human-IgG1)), Substrat- und Stopplösung

ELISAs sind objektiver als die IFT2)s, leicht durchführbar und besser zu standardisieren. Wegen ihrer höheren Sensitivität haben sie manchmal den Nachteil, dass sie auch niedrig-titrig reagierende Autoantikörper erfassen und so falsch positive Ergebnisse liefern können. Auch falsch negative Befunde treten auf, vor allem dann, wenn rekombinante Antigene nicht alle relevanten Epitope aufweisen.

Ein weiterer Vorteil der ELISAs ist, dass sie inzwischen technisch soweit entwickelt sind, dass sie problemlos in großen Mengen in entsprechenden Geräten durchgeführt werden können. Das ist besonders bei hohem Probenaufkommen vorteilhaft, wie es z.B. in den Labors großer Kliniken vorkommt.

ELISAs dienen in der Stufendiagnostik oft zur Bestätigung von Screening-Tests aus der IFT und zur Differenzierung der in der Immunfluoreszenz detektierten Antikörper.

2)IFT: Immunfluoreszenztest
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