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Platin als metallischer Werkstoff

Verarbeitung von Platin und Legierungen (Formgebung, Schweißen)

Physikalisch oder chemisch reines Platin ist sehr weich und duktil. Deshalb lassen sich die Gussbarren leicht durch Walzen oder andere gebräuchliche Umformverfahren kalt weiterverarbeiten. Um eine optimale Oberflächenqualität des Halbzeugs zu erhalten, ist es vorteilhaft, die Oberfläche des Gussbarrens zunächst spanend (z.B. durch Hobeln) abzutragen.

Warmumformung

Da die Legierungselemente Rhodium und Iridium die mechanische Festigkeit des Platins erhöhen, ist die Umformung von Platin-Rhodium- und Platin-Iridium-Legierungen je nach Rhodium- bzw. Iridium-Gehalt etwas schwieriger als beim reinen Platin. Eine Warmumformung der Gussbarren durch Schmieden oder Walzen kann sich vorteilhaft auf die Gefügehomogenität sowie die weitere Umformung zum Halbzeug im kalten Zustand auswirken. Bedingt durch die bei der Kaltverarbeitung der Legierungen auftretende Verfestigung sind Glühbehandlungen erforderlich, die typischerweise bei 900-1000 °C durchgeführt werden. Da die Festigkeit und die Kaltverfestigung mit zunehmendem Legierungsanteil zunehmen, müssen die Anzahl sowie die Temperatur und Dauer dieser Glühbehandlungen der jeweiligen Legierungszusammen­setzung angepasst werden.

Aus den Halbzeugen werden durch alle gängigen Umformverfahren, wie z.B. Drücken, Tiefziehen, Rohr- und Drahtziehen, Fertigprodukte hergestellt.

Schweißen

Abb.2
WIG-Schweißen
© Heraeus

WIG-Schweißen eines Bauteils aus PtRh10-Legierung für den Einsatz in der Glasindustrie

Darüber hinaus lassen sich die Platin-Werkstoffe gut schweißen. Am häufigsten wird das Wolfram-Inertgas-Verfahren (WIG) angewandt. Andere Verfahren, wie Laser-, Elektronenstrahl- und Plasma-Schweißen, können jedoch ebenfalls problemlos eingesetzt werden.

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