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Platin als metallischer Werkstoff

Oxiddispersionsgehärtete Platin-Werkstoffe

Bereits seit den 1960er Jahren ist bekannt, dass die Kriechfestigkeit von Metallen bei hoher Temperatur (> ca. 0,7 Tm) durch die Einlagerung eines feinverteilten Dispersoids aus einem thermodynamisch stabilen Oxid deutlich erhöht und das Kornwachstum des Gefüges verringert werden kann. Das Phänomen wird als Oxiddispersionshärtung oder -verfestigung bezeichnet.

Beispiel

Beispiele sind Nickel- oder Eisenwerkstoffe, die mit Thoriumdioxid, ThO2, oder Yttriumoxid, Y2O3, gehärtet sind, oder Aluminium mit Aluminiumoxid, Al2O3.

Oxiddispersionshärtung wird ebenfalls bei einer Vielzahl Platin-Werkstoffe angewendet und von Heraeus unter der Bezeichnung DPH vermarktet. Die wichtigsten Werkstoffe haben die Zusammensetzungen von chemisch reinem Platin, PtRh5, PtRh10, PtAu5 sowie vielfältige Platin-Iridium-, Platin-Wolfram- und andere Varianten. Als Dispersoid kommt meist Zirkoniumdioxid, ZrO2, - entweder in reiner Form oder mit Yttriumoxid, Y2O3, und Scandiumoxid, Sc2O3, dotiert - zur Anwendung. Diese Werkstoffe haben eine viel höhere Festigkeit als die konventionellen, nicht-dispersionsgehärteten Materialien und weisen aufgrund des geringeren Kornwachstums eine bessere Korrosionsbeständigkeit auf.

Abb.1
PtRh10 nach Auslagerung 30 h bei 1.600 °C
© Heraeus
Abb.2
PtRh10 DPH nach Auslagerung 30 h bei 1.600 °C
© Heraeus
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