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Platin als metallischer Werkstoff

Platin-Iridium-Legierungen

Selbst wenn die Platin-Iridium-Legierungen nicht die mengenmäßige Bedeutung der Platin-Rhodium-Legierungen haben, spielen sie in vielfältigen Anwendungen eine wichtige Rolle. Geringe Iridium-Anteile (typisch 0,3 oder 1 %) verbessern die Gefügestabilität des Platins bei erhöhter Temperatur, ohne die mechanische Festigkeit und das Umformverhalten wesentlich zu beeinflussen. Typische Legierungszusammensetzungen sind Platin mit 10, 20 bzw. 30 % Iridium. Da der Bereich der Entmischung zwischen Iridium und Platin bis zu einer Temperatur von etwa 1.000 °C reicht, kann es bei der Auslagerung der Legierungen mit 20 oder 30 % Iridium bei Temperaturen um 800-900 °C zum Ausscheiden von Iridium und dadurch zu einer Versprödung des Materials kommen.

Abb.1
Phasendiagramm des Legierungssystems Platin-Iridium
© "Binary Alloy Phase Diagrams plus Updates", ASM International 1996

Bei zunehmend höheren Iridium-Gehalten steigt die Festigkeit noch stärker an als bei den Platin-Rhodium-Legierungen. Nachteilig wirkt sich allerdings bei den Platin-Iridium-Legierungen die deutlich schlechtere Oxidationsbeständigkeit als bei Platin oder Platin-Rhodium-Legierungen aus, da der Iridium-Anteil ein Oxid bildet, das bei Temperaturen > 1.000 °C rascher verflüchtig als es gebildet wird (die Oberfläche bleibt metallisch blank). Platin-Iridium-Legierungen sind in wässrigen Medien und vielen korrosiven Medien noch korrosionsbeständiger als Platin und zeigen hervorragende Verträglichkeit mit dem menschlichen Körper.

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