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Platin als metallischer Werkstoff

Platin als metallischer Werkstoff

Platin ist ein edles und derzeit nach Rhodium das zweitwertvollste Edelmetall. Es weist die kubisch-flächenzentrierte Kristallstruktur auf. Bei Raumtemperatur ist Platin weich (HV 55) und sehr duktil. Es kann durch Walzen und Ziehen über 90 % kalt verformt werden. Das unverformte Metall weist einen Elastizitätsmodul von 165 GPa auf.

Trotz des hohen Schmelzpunktes rekristallisiert Platin bei Temperaturen von 500-550 °C.

Abb.1
Gefüge von rekristallisiertem Platin
© Heraeus

Hier finden Sie weitere Informationen zu Platin.

Die mechanische Festigkeit von Platin wird durch Zulegieren von zum Beispiel Rhodium oder Iridium erhöht (siehe Pt-Rh-Legierungen und Pt-Ir-Legierungen). Auch durch den Einbau kleiner, fein verteilter Oxidpartikel wird die Festigkeit bei Temperaturen > 1.200 °C gesteigert (Oxiddispersionshärtung) .

Platin ist beständig gegen die meisten Glasschmelzen und in Säuren unlöslich, nur in heißer Salzsäure mit einem Oxidationsmittel, z.B. HNO3 (dem klassischen Königswasser) oder elementarem Chlor, löst es sich zu Hexachloroplatin(IV)-säure, H2Cl6Pt˙6 H2O, auf:

8HCl+ 2HNO3+ Pt H2[PtCl6]+ 4H2O+ 2NOCl

Von Alkali-, Cyanid- und vielen anderen Salzschmelzen wird Platin angegriffen. Oberhalb 1.200 °C ist es das oxidationsbeständigste Metall, oxidiert jedoch langsam an der Luft zu den flüchtigen Oxiden Platinmonoxid, PtO, und Platindioxid, PtO2. Wegen seiner Beständigkeit gegen chemische Veränderungen bleiben die physikalischen Eigenschaften des Platins (Masse, Volumen, elektrischer Widerstand, elektromotorische Kraft) über sehr lange Zeiträume konstant.

Abb.2
Platinschwamm und -barren
© Heraeus

Platinschwamm aus der Raffinerie und ein Barren aus reinem Platin.

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