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Andere Epoxidierungsverfahren

Andere Epoxidierungsverfahren: Sharpless-Epoxidierung

Allgemeiner Ablauf:

Die Sharpless-Epoxidierung, die auch als asymmetrische Epoxidierung bezeichnet wird, ist eine wichtige Methode zur Herstellung von enantiomerenreinen Epoxyalkoholen. Ausgangsverbindung ist ein Allyl-Alkohol, für den diese Reaktion spezifisch ist.

Bei der Sharpless-Epoxidierung wird der Allyl-Alkohol mit einem der beiden Enantiomeren von Diethyltartrat (Weinsäurediethylester) umgesetzt. Zusätzlich werden tert-Butylhydroperoxid als Oxidationsmittel und Titantetraisopropionat in katalytischen Mengen zugesetzt. Die Titanverbindung hält das Alken, das Tartrat und das Peroxid so zusammen, dass die Reaktion stereochemisch kontrolliert erfolgen kann. Aufgrund der verschiedenen räumlichen Umgebung der beiden enantiomeren Tartrate werden Epoxide mit unterschiedlicher Stereochemie gebildet.

Abb.1

Achirale primäre Alkohole werden enantioselektiv epoxidiert (obiges Beispiel). Chirale primäre Allyl-Alkohole ergeben bevorzugt eines der beiden denkbaren Diastereomere.

Vorteil der Sharpless-Epoxidierung ist, dass der chirale Hilfsstoff (Tartrat) nur zugegeben wird und nicht selbst abreagiert. Er kann nach der Reaktion wieder zurückgewonnen werden. Diethyltartrat ist außerdem in beiden enantiomerenreinen Formen relativ preiswert käuflich. Die besondere Attraktivität der Sharpless-Epoxidierung liegt vor allem auch darin, dass beide stereoisomeren Epoxide - je nach eingesetztem Tartrat ((2R,3R) oder (2S,3S)) - unter gleichen Reaktionsbedingungen zugänglich sind (gilt nur für primäre Alkohole).

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