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Eliminierungen: Einführung und Mechanismen

Eliminierungen: Stereochemie der E1-Eliminierung

Da die Base jedes beliebige benachbarte Proton aus dem Carbenium-Ion entfernen kann, erhält man bei einer E1-Eliminierung stets Produktgemische. Betrachtet man die Eliminierung eines 2-substituierten Hexans, sind drei verschiedene Produkte möglich:

Abb.1

Die Eliminierungsprodukte von 3-Brom-3-methylhexan sind noch zahlreicher:

Abb.2

Die isomeren Alkene entstehen in unterschiedlichen Mengen. Dabei fällt auf, dass die thermodynamisch stabileren - also höher substituierten - Alkene stets in höheren Ausbeuten gebildet werden. Das stabilste Isomer bildet den größten Anteil (Saytzeff-Regel). Für die Dehydrohalogenierung eines 2-substituierten Hexans wurden folgende Produktverhältnisse gefunden:

Tab.1
X Base Produktverteilung
I MeO-, MeOH 19 % 63 % 18 %
Cl MeO-, MeOH 33 % 50 % 17 %

Die stabileren, höher substituierten 2-Hexane werden in wesentlich größerem Umfang gebildet als das 1-Hexen. Die Ausbeute von 1-Hexen fällt beim Chlorhexan höher aus als beim Iodhexan, weil Iodid eine bessere Abgangsgruppe darstellt als Chlorid. Eine schlechte Abgangsgruppe begünstigt den E2-Mechanismus, was dazu führt, dass eher terminale Doppelbindungen gebildet werden (da die Base aus sterischen Gründen eher ein terminales H-Atom abstrahiert.) Eine gute Abgangsgruppe begünstigt den E1-Mechanismus, und das gebildete Carbenium-Ion bildet eher das höhersubstituierte Alken, weil es termodynamisch stabiler ist.

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