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Alkane: Vorkommen und Bedeutung

Alkane: Nutzung von Erdöl

Erdöl selbst ist schon seit mehr als 2000 Jahren bekannt und wurde in den Mittelmeerländern, in denen es gefunden wurde, unter anderem auch als Baumaterial (im Mörtel) oder zur Einbalsamierung von Leichen (Ägypten) benutzt. Bis zum Ende des 19. Jahrhundert diente Erdöl allenfalls zu Beleuchtungszwecken und auch als Heizmittel; tierische Fette wurden für diese Zwecke in größeren Maßstäben umgesetzt. Zwar wurde schon von 1810 bis 1817 in Galizien Erdöl durch Destillation zu Leuchtöl verarbeitet (was den Grundstein der heutigen Erdölraffinerie bedeutet), doch die erste wirklich wichtige Erdölquelle wurde erst am 27. August 1859 am Oil Creek (Pennsylvania, USA) von E. L. Drake in 22 Meter Tiefe erschlossen. Ein Jahr später begann Eichler, ein Schüler Liebigs, in Baku mit der Raffinationstechnik. Alfred B. Nobel selbst gründete mit seinen Brüdern die Naphta-Gesellschaft Gebrüder Nobel, mit der er die Ölquellen am Kaspischen Meer erschloss und das Erdöl durch eine Pipeline zur Industrie am Schwarzen Meer beförderte. Der Name Erdöl wurde allerdings erst 1913 von Hans von Höfer geprägt; davor nutzte man die wörtliche Übersetzung vom lateinisch/griechischen Wort Petroleum: Steinöl, Bergöl, Felsenöl.

Film zur Destillation von Erdöl

Mit der Einführung von Verbrennungsmotoren auf Erdölbasis (Otto- und Dieselmotor) kam und kommt Erdöl eine besondere Bedeutung zu; das Diagramm für das Jahr 1999 zeigt den Mineralölverbrauch in Deutschland:

Abb.1
Verwendung von Erdölprodukten in Deutschland 1999

1999 wurden in Deutschland 128,2 Milionen Tonnen Mineralöl verbraucht

Graphik der Produktpalette von Erdöl

Unter Sonstiges fallen beispielsweise Schmierstoffe. Bitumen kommt aus dem Lateininschen für Pech, welches als Schutzanstrich bei Gebäuden oder beim Straßenbau Verwendung findet.

Auch wenn die Position Petrochemikalien nur einen Bruchteil des insgesamt verwendeten Erdöls darstellt - etwa 19 Millionen Tonnen, so spielt sie doch eine entscheidene Rolle für den Organiker. 1950 wurden etwa 44 % der organischen Chemikalien aus Erdöl gewonnen und 1978 dann sogar 96%; der Rest wird aus Kohle hergestellt.

Eine weitere Anwendung von Benzin liegt in seiner fettlösenden Wirkung: Waschbenzin, Wundbenzin oder zum Entfetten von Leder-, Metallwaren, Textilien und Schmuck. Auch zur Extraktion von lipophilen Substanzen wird Benzin eingesetzt, etwa bei der Kautschuk-, Paraffin- und Vaselinfabrikation, um Fette, Pflanzenöle, Phosphor und Schwefel vom Produkt abzutrennen.

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