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Addition von Halogenen an Mehrfachbindungen: Stereochemie

Addition von Halogenen an Mehrfachbindungen: MO-Theorie

Abb.1

Eine physikalisch fundiertere Erklärung liefert die MO-Theorie. Es sind vor allem zwei Orbitalwechselwirkungen, welche die attraktive Wechselwirkung zwischen den beiden (im Prinzip elektronenreichen) Molekülen bewirken:

Die π-σ*-Wechselwirkung führt zu einer Schwächung der Br-Br-Bindung (erleichtert die im Verlauf der Reaktion erfolgende Spaltung der Br-Br-Bindung), da ein MO besetzt wird, welches antibindenden Charakter zwischen den Br-Atomen hat (linkes MO-Diagramm, Mitte). Gleichzeitig wird Ladung vom Ethen auf das Brom-Molekül übertragen, da die Ladung, die vorher auf das Ethen lokalisiert war, jetzt auch über das Brom-Molekül delokalisiert ist.

Die Positivierung des angreifenden Brom-Atoms kann man durch die Wechselwirkung der lone pairs am Brom mit dem π*-MO am Ethen erklären (rechtes MO-Diagramm). Das resultierende MO hat π*-Charakter, d.h. die π-Bindung (die im Verlauf der Reaktion gebrochen wird) wird geschwächt.

Insgesamt wird damit auf Kosten der π-Bindung im Ethen und der Br-Br-Bindung eine Bindung zwischen den beiden Molekülen erreicht. Auch die T-förmige Geometrie erklärt sich aus dem MO-Bild.

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