zum Directory-modus

Vitamin A: Hoffmann-La-Roche-Synthese

Deprotonierung von Acetylen und anschließende Ethinylierung von Methylvinylketon

Abb.1

Der C6-Baustein für die C14-C6-Verknüpfung wird unabhängig in zwei Stufen ausgehend von Acetylen und Methylvinylketon und anschliessender Umlagerung hergestellt. Die Lösung von Lithium in flüssigem Ammoniak (blaue Lösung) dient zur Deprotonierung des Acetylens und Bildung des löslichen Lithiummonoacetylids:

Abb.2

Der partiell negativ geladene Kohlenstoff des Lithiumacetylids addiert nucleophil an das anschließend zugegebene Methylvinylketon (But-3-en-2-on) unter Bildung eines Lithiumalkoholats, aus dem durch Hydrolyse der freie Propargylalkohol 3-Methyl-pent-1-en-4-in-3-ol hergestellt wird. Es handelt sich um eine Flüssigkeit, die im Vakuum bei 20 Torr Druck und 34 °C zur Reinigung destilliert wird.

Die Ethinylierung von Methylvinylketon ist weniger trivial als es auf den ersten Blick aussehen mag. Acetylide können disproportionieren (2 MCCH → MCCM + HCCH, M = Li, Na, MgX) und zweifach reagieren. α,β-ungesättigte Ketone und Aldehyde reagieren nicht nur unter Addition an die Carbonyl-Gruppe (1,2-Addition), sondern auch vinylog im Sinne einer Michael-Addition am β-Vinyl-C-Atom (1,4-Addition). Die Reaktionsbedingungen müssen daher genau eingehalten werden, um die Bildung komplexer Produktgemische zu vermeiden.

Seite 2 von 7