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Mikroverkapselung

Reaktionsdurchschreibepapier

Die älteste und wohl auch bekannteste technische Anwendung von Mikrokapseln ist der kohlepapierfreie Durchschriftsatz.

Abb.1
Durchschlagpapier

Er wurde im Jahr 1954 auf den Markt gebracht und erlaubt es, bei Schreibarbeiten Kopien gleichzeitig mit dem Original zu erstellen, ohne das bis dahin erforderliche farbgebende Kohlepapier zu verwenden.

Die Unterseite des oberen Blatts des Reaktionsdurchschreibepapiers ist mit einer mikroverkapselten Flüssigkeit beschichtet, die zunächst farblos ist und erst bei Kontakt mit einer sauren Komponente eine dunkle Farbe annimmt. Die Oberseite des darunter liegenden Blatts ist dagegen mit einer sauren Komponente (z.B. Phenolharz) beschichtet. Durch den Druck, der auf das obere Blatt ausgeübt wird, zerplatzen die ca. 10 µm kleinen Mikrokapseln, die farblose Substanz kommt in Kontakt mit der sauren Komponente auf dem darunter liegenden Blatt und färbt sich dunkel. Auf diese Weise wird auf dem unteren Blatt sichtbar, was auf das obere Blatt geschrieben wurde.

Chemisch entspricht die Reaktion dem Nachweis einer Säure mit einem Indikator. So wird z.B. farbloses Kristallviolettlacton in Gegenwart einer Säure in einen planaren blauvioletten Triphenylmethan-Farbstoff umgewandelt.

Abb.2
Farbreaktion von Kristallviolettlacton in Gegenwart einer Säure
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