zum Directory-modus

Wittig-Reaktion

Die Horner-Emmons-Wadsworth-Reaktion mit β-Ketophosphonaten

Bei dieser Reaktionsvariante wird ein in der α-Position C-H-acideres β-Ketophosphonat mit einer Carbonyl-Verbindung zu einem α,β-ungesättigten Keton umgesetzt. Hierzu wird das β-Ketophosphonat in der α-Position mit einer starken Base deprotoniert. Das resultierende Ketophosphonat-Anion addiert nucleophil an die Carbonyl-Verbindung. In einem der Wittig-Reaktion analogen Mechanismus entsteht unter Abspaltung eines Dialkylphosphats eine neue C-C-Doppelbindung.

Abb.1
Die Horner-Emmons-Wadsworth-Reaktion mit einem β-Ketophosphonat

LDA: Lithiumdiisopropylamid (LiN(CH(CH3)2)2)

Laboranleitung: Die Horner-Emmons-Wadsworth-β-Ketophosphonat-Reaktion

Formal werden zwei Carbonyl-Verbindungen mit variablen Resten R1 und R2 mit einem verbrückenden Methylen-Anion zu einem Enon verknüpft.

Die für die Synthese benötigten β-Ketophosphonate sind durch Umsetzung eines deprotonierten Alkanphosphonsäure-dialkylesters mit einem Ester zugänglich. Sterisch wenig gehinderte Methanphosphonsäure-dialkylester liefern meist größere Ausbeuten als entsprechende höhere Alkan-Derivate.

Abb.2
Herstellung eines Reagenzes für die Horner-Emmons-Wadsworth-Reaktion

Laboranleitung: Darstellung eines β-Ketophosphonats

Die Reaktion eines α-unsubstituierten β-Ketophosphonats mit einem Aldehyd verläuft in THF6) oder Diethylether meist mit hoher (E)-Selektivität. Eine Umsetzung von α-substituierten β-Ketophosphonaten mit Ketonen ermöglicht den Zugang zu sterisch anspruchsvollen, hochsubstituierten Enonen, meist jedoch mit deutlich geringer Ausbeute und niedrigeren Stereoselektivitäten.

Abb.3
Hoch substituierte Horner-Emmons-Wadsworth-Reaktion mit geringerer Stereoselektivität (Rn ≠ H)
1)LDA: Lithiumdiisopropylamid
2)PSC: präparative Säulenchromatographie
3)KPG: kerngezogenes Präzisionsglasgerät
4)PSC: präparative Säulenchromatographie
6)THF: Tetrahydrofuran
Seite 5 von 5>