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Palladium-katalysierte Kreuzkupplungen und verwandte Reaktionen

Palladium-katalysierte Kreuzkupplungen und verwandte Reaktionen - Anwendungen

Seit ihrer Entdeckung haben sich die Palladium-katalysierten C-C-Verknüpfungsreaktion immer mehr zu wichtigen Synthesemethoden entwickelt. Sie bieten oftmals gute Alternativen zu anderen Reaktionen oder machen manche Transformationen überhaupt erst möglich. So wurden Pd-katalysierte Heck-Reaktionen und Kreuzkupplungen mittlerweile in einer Vielzahl von Totalsynthesen komplexer Natur- und Wirkstoffe erfolgreich eingesetzt, was anhand zweier Beispiele verdeutlicht wird.

Taxol®-Synthese von Danishefsky et al.

Paclitaxel - auch bekannt unter dem Markennamen Taxol® - ist ein Taxan aus der Rinde der pazifischen Eibe, das anticarcinogene Wirkung aufweist und mittlerweile eines der weltweit umsatzstärksten Krebsmedikamente ist. Es kommt in der Eibenrinde allerdings nur in sehr geringen Mengen vor, so dass das Interesse an synthetischen Zugängen groß ist. Da es zudem durch seine komplexe Struktur viele Herausforderungen an die Synthesechemie stellt, hat sich in den 1990er Jahren eine Vielzahl von Arbeitsgruppen weltweit mit Synthesewegen zu Taxol® beschäftigt. Danishefsky et al. veröffentlichten 1995 eine der ersten Totalsynthesen. Ein Schlüsselschritt ihrer Synthese ist eine intramolekulare Heck-Reaktion, über die der zentrale achtgliedrige Ring des Zielmoleküls geschlossen wird.

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Abb.1
Taxol®-Synthese von Danishefsky et al. (1995): Intramolekulare Heck-Reaktion als Schlüsselschritt zum Aufbau des Achtringes
Abb.2
3D-Darstellung von Taxol®

Literatur: Masters, J. J.; Link, J. T.; Snyder, L. B.; Young, W. B.; Danishefsky, S. J. (1995): Eine Totalsynthese von Taxol. In: Angew. Chem.. 107 (16) , 1886-1888

Michellamin-B-Synthese von Dawson et al.

Die Michellamine A-F sind eine Gruppe von anti-HIV-aktiven Tetrahydroisochinolin-Alkaloiden. Die 1996 von Dawson et al. publizierte erste stereospezifische Totalsynthese von Michellamin B ist ein gutes Beispiel für den gelungenen Einsatz von Pd-katalysierten Kreuzkupplungen: Alle drei Aryl-Aryl-Bindungen werden über Suzuki-Kupplungen geknüpft.

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Abb.3
Michellamin B: Drei Aryl-Aryl-Bindungen über Suzuki-Kupplungen nach Dawson et al. (1996)
Abb.4
3D-Darstellung von Michellamin B

Literatur: Hobbs, P. D.; Upender, V.; Liu, J.; Pollart, D. J.; Thomas, D. W.; Dawson, M. I. (1996): The first stereospecific synthesis of michellamine B. In: Chem. Commun.. , 923-924

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