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Gift und Gegengift

Aus der Natur

Auch die Natur hält eine große Anzahl giftiger Substanzen bereit, z. B. Tier-, Pflanzen- und Pilzgifte. Ein Beispiel für letzteres ist Muscarin, eine Substanz, die erstmals aus dem Fliegenpilz isoliert wurde, in diesem aber nur in geringen Spuren vorkommt. In höheren Konzentrationen ist Muscarin in anderen giftigen Pilzarten wie Risspilzen und Trichterlingen enthalten, während in Fliegenpilzen Ibotensäure und Muscimol die Hauptgiftkomponenten sind. Die Giftwirkung des Muscarins beruht auf vielschichtigen Beeinflussungen des vegetativen Nervensystems. Interessanterweise beeinflusst Atropin – das Gift der Tollkirsche – das vegetative Nervensystem auf entgegengesetzte Weise und wird daher als Antidot bei Muscarin-Vergiftungen verwendet. Im umgekehrten Fall einer Atropin-Vergiftung wird allerdings kein Muscarin als Gegenmittel eingesetzt. Hier greift man auf Physostigmin zurück, welches aus Calabarbohnen gewonnen wird. Physostigmin selbst ist auch hochgiftig, Antidot ist – hier funktioniert die Umkehrung – z. B. Atropin.

Tab.1
Gifte und Gegengifte aus der Natur
Substanz L-(+)-Muscarin Atropin Physostigmin
Struktur
Summenformel C9H20NO2+ C17H23NO3 C15H21N3O2
CAS-RN 300-54-9 51-55-8 57-47-6
InChI-Key UQOFGTXDASPNLL-JVIMKECRBF RKUNBYITZUJHSG-UHFFFAOYAU PIJVFDBKTWXHHD-HIFRSBDPBN
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